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Feely-Report

 
Charakterisierung der Connemara-Population in Irland

übersetzt von Susanne Lehmann

 

Im November 2003 hat Deirdre Feely, Studentin des University College Dublin, dem Landwirtschaftsministerium ihren Bericht zur „Characterisation of the Connemara Pony Population in Ireland“ vorgestellt. Dieses Projekt war vom Ministerium finanziert worden. Im Rahmen der Jahreshauptversammlung der CPBS im April 2004 stellte Deirdre ihre Erkenntnisse den Mitgliedern der CPBS vor.

Schwerpunktthemen des Projektes waren die „demographische und genetische Charakterisierung der Connemara-Population unter besonderer Betonung des Einflusses früherer Zuchtpraktiken auf die gegenwärtige genetische Zusammensetzung der Rasse. Größentrends wurden untersucht, um das Vorhandensein genetischer Erosion zu beweisen.“

Dies ist die Übersetzung der Zusammenfassung des Reports, wie er auf der Website der ICCPS zu finden ist. Der Artikel war 2004 im Heft 2 der Connemarapony Vereinigung e.V. veröffentlicht.

 

Einführung

Die Rasse ist in ihrer Gesamtzahl eine kleine Rasse, mit ca. 2.000 Zuchtstuten und 250 Deckhengsten in Irland. In seiner Tradition war das Connemara Pony ein Arbeitstier, das im landwirtschaftlichen Bereich Westirlands eine tragende Rolle spielte. Als jedoch in der Mitte des 20. Jahrhunderts die Bewirtschaftung der Höfe andere Strukturen annahm und moderne Maschinen eingesetzt wurden, wurde der Einsatz als Arbeitspony hinfällig. Das Connemara Pony hat seine Beliebtheit erhalten, indem es sich eine sichere Position im Schau- und Sportgeschäft erarbeitet hat.

Die Connemara Pony Breeders’ Society (CPBS) wurde 1923 gegründet. Die Hauptaufgabe der Society war die Unterstützung, Entwicklung und Bewahrung des Connemara Ponys als „reine“ Rasse. Seit ihrer Gründung ist die Society auch für die Publikation des Connemara Pony Stutbuches verantwortlich. Die Rasse ist heute in der ganzen Welt als hochklassiges Sportpony bekannt und inzwischen haben 17 Länder eigene Züchtervereinigungen.

Derzeit muss man sich um die Zahl der jährlich geborenen reinrassigen Fohlen keine Sorgen machen. Jedoch ist das Connemara Pony Stutbuch seit 1964 geschlossen und die Praxis, beliebte Hengste übermäßig zu nutzen, ist in der Geschichte der Rasse weit verbreitet. Dies kann möglicherweise zu einer Verengung des genetischen Pools, einem hohen Inzuchtkoeffizienten und einem Verlust der genetischen Vielfalt innerhalb der Rasse führen.

Die Hauptaufgabenstellung dieses Projektes war, die Zuchtpopulation demographisch und genetisch zu beschreiben mit besonderer Berücksichtigung, wie die Zuchtpraxis der Vergangenheit die gegenwärtige genetische Zusammensetzung der Zucht bestimmt hat. Auch die Größenentwicklung wurde analysiert, um zu versuchen, einen Beweis für genetische Erosion zu liefern.

 

Die Methode

Die Gesamtzahl von 20.032 Tieren wurde in dieser Charakterisierung der Connemara Pony Population berücksichtigt. Die Daten wurden den Zuchtverbandsunterlagen und der Computerdatenbank von D.A. Danielsson aus Schweden entnommen.

Die Studien bezogen sich im Wesentlichen auf zwei Gruppen: die erste bestand aus 2.316 eingetragenen Zuchtponys, geboren zwischen 1993 und 1996 einschließlich. Diese Gruppe stellt die „moderne“ Zuchtbasis der Connemara Ponys dar. Die zweite Gruppe besteht aus 2.844 Fohlen, die zwischen 1998 und 2001 einschließlich geboren worden sind. Diese Gruppe enthält Daten von Ponys, die (altersbedingt) nur teilweise eingetragen sind und daher die Zuchtbasis der Zukunft des Connemara Ponys darstellen. Man sollte sich vergegenwärtigen, dass ca. 1/3 der noch nicht eingetragenen Ponys dieser Gruppe nicht als Zuchtponys eingetragen werden wird.

Die Gruppen wurden sowohl demographisch wie auch genetisch umrissen. Die demographische Erfassung ist eine Beschreibung der Population in Zahlen und ermöglicht es uns, zu erkennen, wie sich Größe und Struktur der Population über die Zeit entwickelt hat. Die Hauptparameter, die im Rahmen der demographischen Erfassung erforscht wurden, enthält die Anzahl der jährlichen Geburten, die Geschlechtsverteilung, das durchschnittliche Generationenintervall und die Größe von Familien.

Die genetische Charakterisierung einer Population wird genutzt, um den Grad der genetischen Vielfalt einer Gruppe festzustellen. Als Bestandteil der genetischen Charakterisierung wurde der durchschnittliche Inzuchtkoeffizient und durchschnittliche Verwandschaftskoeffizient für die Tiere beider Gruppen ermittelt.

Der Einfluss der Ahnen der Bezugsgruppen, die Anzahl der Begründer, die effektive Zahl der Begründer und die tatsächliche Anzahl der Angehörigen wurden erfasst, um den Grad der genetischen Vielfalt innerhalb der Population zu erfassen. Der Einfluss, den Vollblut, Araber, Irish Draught und Welsh Cob auf die beiden Gruppen haben, wurde ebenfalls berechnet. Auch die Größenentwicklung des Connemara Ponys wurde analysiert.

 

Zusammenfassung der Ergebnisse

a) Demographische Charakterisierung der Population

Bis 1959 war die Anzahl der Ponys, die jährlich eingetragen wurden, konstant unter 100 Ponys. Es gab einen steilen Anstieg bei den jährlichen Geburten zwischen 1959 und 1970, mit einem Höhepunkt von 568 Fohlen in 1970. Die Größe der Population wurde zwischen 1971 und 1980 erheblich verkleinert, aber erholte sich zwischen 1980 und 1996. Gegenwärtig werden jedes Jahr rund 800 Fohlen geboren, jedoch nur 60 bis 70 % aller Fohlen werden auch als Connemara Pony ins Stutbuch mit seinen Sektionen eingetragen. In jüngerer Zeit hat sich das Verhältnis zwischen eingetragenen Stuten und Hengsten stark verändert. 1980 wurde pro 8,23 eingetragener Stuten ein Hengst eingetragen. 1994 war das Verhältnis 30,5 Stuten pro eingetragener Hengst.

 

Demographische Analyse der Bezugsgruppen

In den Jahren 1993 bis 1996 (Gruppe I) stieg die Anzahl der eingetragenen Ponys pro Jahr von 548 in 1993 auf 590 in 1996. In Gruppe II fiel die Zahl der Fohlen von 866 Fohlen im Jahr 1998 auf 441 im Jahr 2001. Jedoch wird angenommen, dass dies eher die rückläufigen Fohlenmeldungen als die tatsächliche Zahl der geborenen Fohlen reflektiert.

181 verschiedene Hengste produzierten die 2.316 Ponys in Gruppe I. Die Anzahl der Nachkommen schwankte pro Hengst zwischen 1 und 140. 214 verschiedene Hengste waren für die 2.844 Fohlen der Gruppe II verantwortlich. Dabei produzierten sie zwischen 1 und 151 Fohlen.

 

Altersprofile von Hengsten und Stuten in den Bezugsgruppen

Das Durchschnittsalter der Hengste ist für die Bezugsgruppe II höher als für Gruppe I. ein Beispiel: 7 % der eingesetzten Hengste für die Gruppe I waren unter 5 Jahre alt, während in der jüngeren Gruppe nur 2% der Hengste jünger als 5 Jahre alt waren.

Ein größerer Anteil jüngerer Stuten zeigt sich für Gruppe II verantwortlich. 15 % der Stuten der älteren Gruppe (geboren 1993 bis 1996) waren 20 Jahre alt und älter, während nur noch 5 % der Stuten, die für die jüngere Gruppe verantwortlich ist (1998 bis 2001) der 20-jährigen und älteren Zuchtstutengruppe entstammen.

 

Generationsintervall

Das Generationsintervall ist definiert als das Durchschnittsalter der Elterntiere zum Zeitpunkt des Abfohlens.

Das Generationsintervall zwischen Elterntieren und Nachzucht betrug bei Gruppe I 10,51 Jahre. Das Generationsintervall der Gruppe II stieg leicht auf 10,59 Jahre an.

Für beide Gruppe war das Generationsintervall zwischen Hengsten und Nachzucht ca. 2 Jahre länger als das Generationsintervall zwischen Stuten und Nachkommen.

Zwischen 1980 und 2000 stieg das Generationsintervall um 16 % von 8,98 auf 10,44 Jahre.

Das Generationsintervall ist ähnlich wie das anderer Pferdepopulationen. Das längere Generationsintervall zwischen Hengsten und Nachzucht könnte bedeuten, dass die Züchter ältere und bewährte Hengste bevorzugen, oder es könnte auch bedeuten, dass die Hengste später im Leben mit dem Decken beginnen.

 

Familiengrößen

Um die Familiengrößen zu analysieren, wurde die Familiengröße als Anzahl der zur Zucht verwendeten Nachkommen von Hengst und Stute definiert. Die Nachkommen wurden als aktiv in der Zucht eingestuft, wenn sie selbst mindestens einen eingetragenen Nachkommen haben. Die Idealsituation ist es, die Familiengröße ausgewogen zu halten, also jedem Zuchttier die gleiche Chance zu geben, einen sie ersetzenden Nachkommen in der nächsten Generation zu etablieren.

Im Durchschnitt produzierte jeder Hengst 2,88 weiter zur Zucht verwendete Hengstnachkommen und 9,94 weiter zur Zucht verwendete Stuten.

Männliche Familiengrößen waren extrem unbalanciert, ein kleiner Teil der Hengste produzierte einen großen Teil der Zuchtpopulation. Zum Beispiel stammen 55 % der zur Zucht verwendeten Stuten und 30 % der zur Zucht verwendeten Hengste von nur 10 % der Hengste ab.

Im Durchschnitt brachte jede zur Zucht verwendete Stute wiederum 1,24 zur Zucht verwendete Hengste und 1,77 zur Zucht verwendete Stuten. Die weiblichen Familiengrößen ergaben eine weit weniger große Variation im Vergleich mit den männlichen Familiengrößen, da die Stuten ohnehin auf ein Fohlen pro Jahr limitiert sind (Anm.: Bisher werden bei Connemara Ponys keine Embryotransfers druchgeführt).

Männliche Familiengrößen waren sehr unausgewogen. Es ist wahrscheinlich, dass dies zu einem Verlust an genetischer Vielfalt innerhalb der Rasse führt, zu einem Anstieg der verwandtschaftlichen Verhältnisse in künftigen Generationen und zu einem Anstieg der Inzuchtkoeffizienten.

 

b) Genetische Charakterisierung der Population

Vollständigkeit des Pedigrees

Die Vollständigkeit des Pedigrees ist ein wichtiger Anhaltspunkt, da die Richtigkeit der genetischen Bestimmung in weiten Teilen von der Qualität der verwendeten Daten abhängt. Die Vollständigkeit des Pedigrees wurde gemessen durch Ermittlung des Anteils bekannter Vorfahren pro Generation.

Das komplette Generationsäquivalent wurde auch benutzt, um die Vollständigkeit des Pedigrees zu ermitteln und wurde definiert als die durchschnittliche Zahl bekannter vollständiger Generationen.

In beiden Gruppen war für die ersten 3 Generationen praktisch 100 % der Vorfahren bekannt, also beinahe 100 % der Eltern, Großeltern und Urgroßeltern sind bekannt. Nach der 5. und 6. Generation schwand der Bekanntheitsgrad zunehmend.

Die kompletten Generationsäquivalente der beiden Gruppen liegen bei 6,15 und immerhin 6,59 bei den jüngeren (also 6,59 Generationen bekannt).

Der Anteil an vollständigen Pedigrees in den beiden Referenzgruppen wurde relativ hoch im Verhältnis zu Vergleichsstudien eingeschätzt.

 

Inzucht

Der Inzuchtkoeffizient misst die Wahrscheinlichkeit, mit der ein Pony identische Gene über die Abstammung von Vater und Mutter erhält.

Der durchschnittliche Inzuchtkoeffizient für die Ponys der Bezugsgruppe I beträgt 4,49 %. Dieser wert ist auf 4,65 % für die jüngere Gruppe II angestiegen.

5,31 % der Ponys in Gruppe I hatten einen Inzuchtkoeffizienten von unter 2 %. Der Anteil der Ponys in der jüngeren Gruppe II mit einem Inzuchtkoeffizienten von unter 2 % beträgt 2,67 %.

Der Anstieg der Inzucht von 1980 bis 1990 war 0,93 % und kam den Schätzungen für den Anstieg von Inzucht bei unüberlegten Bedeckungen sehr nahe.

Der durchschnittliche Inzuchtkoeffizient für Ponys, die 1980 geboren wurden, beträgt 3,19 %. Dieser Wert ist seither konstant angestiegen, um bei den 2000 Geborenen den Wert 4,65 % zu erreichen.

 

Der Inzuchtgrad, der in der Connemara Pony Zucht festgestellt worden ist, ist im Verhältnis zu vergleichbaren Studien (anderer Rassen) hoch. Der tatsächliche Anstieg der Inzucht ist vergleichbar mit dem theoretischen Anstieg der Inzucht, den man erwartet hätte, falls die Anpaarungen unüberlegt vorgenommen werden. Das belegt, dass die Züchter nicht genügend Maßnahmen ergriffen, um die Anpaarung verwandter Ponys zu vermeiden.

 

Durchschnittlicher Verwandtschaftskoeffizient

Der durchschnittliche Verwandtschaftskoeffizient misst den Anteil der Gene, den die Tiere gemeinsam haben. Der durchschnittliche Verwandtschaftskoeffizient der Gruppe I beträgt 10,26 %, der der Gruppe II 10,66 %. Die Verwandtschaft der Hengste innerhalb beider Gruppen ist dabei fast 1 % höher als die Verwandtschaft zwischen den Stuten innerhalb beider Gruppen.

Wenn man bedenkt, dass die durchschnittliche Verwandtschaft zwischen Cousins 12,5 % beträgt, dann ist die Verwandtschaft innerhalb der Ponys in beiden Gruppen sehr hoch. Die durchschnittliche Verwandtschaft unter den Hengsten der Referenzgruppen ist höher als die Verwandtschaft der Stuten der Referenzgruppen, was bedeutet, dass die Hengste, die für die Zucht selektiert wurden, von ähnlichem Ursprung oder Zuchtlinien stammen.

 

Beiträge der Ahnen

Wichtige Vorfahren wurden errechnet, indem man den Bezug ihrer Nachkommen zu den Referenzgruppen feststellte. Dieser geringfügige Beitrag ist der Beitrag durch einen Ahnen, der nicht schon durch ein anderes Tier erfasst ist.

Carna Bobby ist der wichtigste Ahne bei den Referenzgruppen, mit einem Einfluss von 13,81 % auf die ältere Gruppe und einem Einfluss von 13,93 % auf die jüngere Gruppe. Dun Lorenzo und Carna Dun waren an zweiter und dritter Position mit ungefähr 10,5 % und 8,5% Einfluss auf die Gene der Bezugsgruppen.

Im Allgemeinen war der Einfluss, den bestimmte Ahnen auf die Referenzgruppen genommen haben, sehr unausgewogen. Nur sechs Ahnen steuern 50 % der Gene beider Referenzgruppen bei.

Die Unausgewogenheit bei den Genbeiträgen durch die Ahnen bedeutet, dass künftige Generationen im Risiko stehen, weitere Einbußen in der genetischen Vielfalt zu erleiden.

 

Anzahl der Begründer, effektive Anzahl der Begründer

Ein Begründer ist definiert als ein Ahne mit unbekannter Abstammung oder zumindest einem unbekannten Elternteil. Es wird angenommen, dass alle Begründer nicht miteinander verwandt sind und alle Gene der Rasse von diesen Begründern eingebracht wurden. Die effektive Anzahl der Begründer ist eine theoretische Zahl, definiert als Anzahl von gleich einwirkenden Begründern, die man annimmt, wenn man den Grad der genetischen Vielfalt in den Referenzgruppen zugrunde legt. Je ausgewogener die Einflüsse der Begründer auf die Referenzgruppen sind, um so mehr nähert sich die effektive Zahl der Begründer der tatsächlichen Zahl der Begründer.

Für die Gruppe I (ältere) gab es 351 Begründer, für die jüngere Gruppe II gab es 342 Begründer.

Die effektive Anzahl der Begründer für beide Referenzgruppen war 35,8.

Es wird vermutet, dass die Diskrepanz zwischen der tatsächlichen Anzahl der Begründer und der effektiven Zahl der Begründer die Menge an genetischer Vielfalt in der gegenwärtigen Population zurückdrängen wird, was vermieden worden wäre, hätten alle Begründer gleichmäßig beigetragen.

 

Die effektive Anzahl der Angehörigen

Die effektive Anzahl der Angehörigen ist eine theoretische Zahl, die uns die Minimumanzahl der Angehörigen liefert, um die gesamte genetische Vielfalt der Bezugsgruppe zu erklären. Anders als die effektive Zahl der Begründer repräsentiert die effektive Zahl der Angehörigen die Engpässe im Pedigree. Je näher die effektive Anzahl der Angehörigen an der der effektiven Begründer ist, desto kleiner ist der   frühere Einfluss der Engpässe auf die genetische Vielfalt der Rasse.

Die effektive Zahl der Begründer beider Referenzgruppen liegt bei ungefähr 18.

Dies zeigt an, dass frühere Engpässe richtungsweisenden Einfluss auf die genetische Vielfalt der Ponys in den Referenzgruppen gehabt haben.

 

Die Zuchtzusammensetzung der Referenzgruppen

Eine kleine Zahl Vollblüter, Araber und Irish Draught Hengsten zeugte in den 40-er und 50-er Jahren des vergangenen Jahrhunderts eingetragene Connemara Ponys. Weiterhin sind zwei Hengste bekannt, die Welsh Cob-Gene trugen.

Der Anteil der Gene, die die Tiere in den Referenzgruppen aufweisen, die diesen Hengsten zugeordnet werden, wurde geschätzt, um den Einfluss, den Vollblut, Araber und Irish Draught auf die Referenzgruppen hatten, zu ermitteln.

Das Vollblut war die einflussreichste der Rassen, der Anteil der Gene aus den Referenzgruppen macht ca. 6 % aus. Der Araber folgte mit 3,7 %, Irish Draught mit 1,2 % und Welsh Cob mit einem Anteil von 0,9% der Gene der Referenzgruppen. Schätzungsweise 88 % der Gene der Ponys beider Referenzgruppen wird als Connemara Pony zugrunde gelegt.

Die Mehrheit der Ponys der Referenzgruppen besaßen zumindest einige Welsh Cob-, Vollblut- und Araber-Gene. Schätzungsweise 50 % der Ponys der Referenzgruppen hatten auch Irish Draught in ihrer Abstammung.

 

Größentrends beim Connemara Pony

Die traditioneslle Aufgabe des Connemara Ponys war die des vielseitigen Arbeitsponys. Das Hauptaugenmerk lag auf der Zucht kräftiger Ponys mit Härte, gutem Fundament und Intelligenz. Als jedoch in der Mitte des letzten Jahrhunderts die Landwirtschaft zunehmend mechanisiert wurde, verschwand der Bereich, den sich das Connemara Pony im wahrsten Sinne erarbeitet hatte. Die Rasse überlebte dank ihres Rufes der Leistungsfähigkeit und indem sie ihre Position im Show- und Sportbereich etablierte.

Um den gegenwärtigen Marktanforderungen gerecht zu werden, entfernt sich die Rasse vom traditionellen Typ in Richtung moderner Typ, der größer und leichter im Fundament ist. So wie sich die Rasse vom traditionellen Typ entfernt, können wertvolle Gene verloren gehen, zusammen mit Eigenschaften, die das Connemara Pony von anderen Pony- und Pferderassen unterscheidet. Dieser Prozess wird als genetische Erosion bezeichnet und das Problem betrifft viele der heutigen Pferderassen. Die Größenentwicklung des Connemara Ponys wurde analysiert, um in diesem Zusammenhang das Auftreten genetischer Erosion nachzuweisen.

Die durchschnittliche Größe zum Zeitpunkt der Zuchtbuchaufnahme der Ponys, die 1970 geboren wurden, betrug 135,3 cm. Dieses Maß wuchs über die Jahre, der Jahrgang 1997 erreichte eine Durchschnittsgröße von 142,88 cm.

Zwischen 1972 und 1997 stieg die durchschnittliche Größe bei der Eintragung bei den Stuten um 8 cm und bei den Hengsten um 5,5 cm. Zwischen 1975 und 1995 waren die Ponys, die außerhalb der Connemara gezogen wurden, bedeutend größer als die Ponys innerhalb der Connemara (141,3 cm +/- 4,56 cm gegen 139,2 cm +/- 5,16 cm). In den Eintragungsjahrgängen zwischen 1991 und 2000 gab es dann aber keinen Größenunterschied mehr zwischen innerhalb und außerhalb von Connemara (142,49 cm +/- 3,98 cm zu 142,38 cm +/- 4,18 cm).

Die Analyse der Größenentwicklung belegt, dass die Rasse größer wird. Es wird angenommen, dass dies die Folge von einerseits der Auswahl größerer Ponys und andererseits verbesserter Aufzuchtbedingungen ist.

 

Schlussfolgerung

Folgt man der Analyse, wird offenbar, dass die Rasse Connemara Pony mit zwei Problemen behaftet ist: Erstens ist das Überleben des traditionellen Rassetyps bedroht und zweitens nimmt die genetische Vielfalt der Rasse ab.

Heutzutage ist die Verwendung des Connemara Ponys als Sportpony ein wichtiges Aushängeschild. Jedoch besteht die Sorge, dass die Erfordernisse dieses Bereiches eine Veränderung innerhalb der Rasse bewirken hin zu einem größeren, moderneren Pony. Der ursprüngliche Connemara Typ hat sich seinen Umweltbedingungen perfekt angepasst und unterscheidet sich daher von allen anderen Rassen.

Es könnte wichtig werden, sich den Marktanforderungen zu entziehen, um das Verschwinden des ursprünglichen Ponytyps zu vermeiden, der eine wichtige nationale Ressource ist, und einmal verloren kann er nicht mehr zurückgeholt werden.

Die Ergebnisse, die durch die Charakterisierung der Connemara Pony Population zutage treten, belegen, das vergangene Zuchtpraktiken einen bedeutenden Verlust in der genetischen Vielfalt der Rasse bewirkt haben. Um zu gewährleisten, dass die genetische Vielfalt innerhalb der Rasse nicht auf einen nachteiligen Level zurückgedrängt wird, muss die Zuchtpolitik geändert werden.

Für die Zukunft ist es überlebenswichtig, dass die Hengstlinien ausgeglichener werden, indem alle Hengste die Möglichkeit erhalten, ihre Nachkommen in der nächsten Zuchtgeneration zu etablieren. Dies würde helfen, den Grad der Inzucht und die genetische Vielfalt innerhalb der Zucht zu kontrollieren.

Die Zuchthengste sind eng miteinander verwandt und tendieren dazu, eine ähnliche Abstammung zu haben bzw. ähnlichen Blutlinien zu entstammen. Aus dem Blickpunkt der genetischen Vielfalt könnte es vorteilhaft sein, einen Hengstpool zu halten, dessen Hengste untereinander weniger verwandt sind, um eine Vielfalt an Genen zu den künftigen Generationen beizusteuern.

Die Verwandtschaft der Ponys in der gegenwärtigen Generation ist hoch, die Zucht mit verwandten Tieren ist unvermeidbar. Die Züchter müssen im Hinblick auf die Hengste, welche sie zur Zucht nutzen, sehr vorausschauend sein, um sicherzustellen, dass ein Minimum an Inzucht praktiziert wird.

Es gibt 16 verschiedene Länder, ohne Irland, die ihre eigenen Züchtervereinigungen gegründet haben und eigene Stutbücher unterhalten. Derzeit wird eine Studie durchgeführt, um die Connemara Pony Population in einigen dieser Länder zu charakterisieren. Es besteht die Hoffnung, dass diese Tiere eine Quelle genetischer Vielfalt sein könnten, die genutzt werden kann, um den Genpool der Irischen Connemara Pony Population wieder zu erweitern.

Adequate genetische Vielfalt ist für die langfristige Gesundheit und Lebensfähigkeit jeder Population überlebenswichtig. Daher ist es überlebenswichtig, das sich die Zuchtpraxis ändert, um das künftige Wohlergehen der Connemara Pony Rasse sicherzustellen.

(Anm.: Auf der Sitzung 2004 wurde die Situation einiger Nachzuchtländer auszugsweise umrissen. Auch dieser neue Bericht wird, sobald er vorliegt, übersetzt. Von Deutschland lagen leider keine offiziellen Daten zur Auswertung in Irland vor.)