{"id":26796,"date":"2021-07-26T15:28:21","date_gmt":"2021-07-26T13:28:21","guid":{"rendered":"https:\/\/www.cpv-ev.com\/?p=26796"},"modified":"2023-10-09T15:32:39","modified_gmt":"2023-10-09T13:32:39","slug":"26-07-2021-hochwasser-an-der-erft-von-anette-minarzyk","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.cpv-ev.com\/?p=26796","title":{"rendered":"26.07.2021 &#8211; Hochwasser an der Erft, von Anette Minarzyk"},"content":{"rendered":"<p><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Tagebuch einer Katastrophe &nbsp;<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p><strong><br><\/strong><\/p>\n\n\n<div>\n<h4>Mittwoch, 14. Juli 2021<\/h4>\n<p>Ich sitze in meinem kleinen Home-Office und starre in den Garten. Es regnet und regnet. Und regnet noch mehr. Vom Garagendach st\u00fcrzt ein Bergbach ins Reservoir, das bereits \u00fcberl\u00e4uft, weil der eigentliche \u00dcberlauf das Wasser nicht mehr fassen kann. Die Pf\u00fctzen auf dem Rasen bilden inzwischen einen zusammenh\u00e4ngenden See. Ich sollte mal nach dem Keller sehen. Das Haus ist alt, die Grundmauern nicht gut isoliert. Bei Starkregen suppt immer etwas durchs Gem\u00e4uer. Unten im Keller kommen mir an den bekannten Stellen bereits die ersten B\u00e4chlein entgegen. Wenig sp\u00e4ter sind aus den B\u00e4chlein bereits ausgedehnte Pf\u00fctzen geworden. Entlang der W\u00e4nde sprudeln Serien von kleinen Springquellen. Meine Hausmitbewohnerin kommt hinzu. Gemeinsam verfrachten wir das Wasser mit Besen und Abzieher in den Ablauf in der Waschk\u00fcche. Der See im Garten hat sich inzwischen bis zur Garage ausgedehnt. Wenn das so weiter sch\u00fcttet, dann l\u00e4uft das alles \u00fcber die Au\u00dfentreppe in den Keller. Ich baue meinen Terrassentisch vor die Treppe, dichte alles so gut es geht ab und hoffe das die Sperre zumindest den Gro\u00dfteil der Flut in Richtung Stra\u00dfe ablenkt.<\/p>\n<p><br <p=\"\">Der Regen hat nachgelassen. Der Gartensee scheint nicht weiter zu wachsen. Im Keller unterdessen l\u00e4uft an immer mehr Stellen immer mehr rein. Alles, was noch nicht auf Beinen oder Kl\u00f6tzchen steht, muss hochger\u00e4umt werden. Gegen halb Eins geben wir den Kampf gegen das eindringende Wasser auf.<\/p>\n<\/div>\n<div>&nbsp;<\/div>\n<p align=\"justify\">\n<\/p><div>\n<h4>Donnerstag, 15. Juli 2021<\/h4>\n<p>Ich werde gegen halb Vier wach und habe kein Licht. Mit Handy als Taschenlampe runter zum Z\u00e4hler. Das Wasser steht fl\u00e4chendecken etwa 1-2 Zentimeter hoch, kann die Elektrik also nicht erreicht haben. Die Sicherungen sind alle drin. Daf\u00fcr ist der tiefer liegend Heizkeller bis Oberkante T\u00fcrschwelle abgesoffen. Blick nach drau\u00dfen: alles Zappenduster. Die ganze Stra\u00dfe hat keinen Strom. Ich finde keinen Schlaf mehr. Ab halb F\u00fcnf im Heizkeller mit dem Kehrblech das Wasser rausgeschaufelt und rausgetragen. Es in den Abfluss der Waschk\u00fcche zu kippen bringt nichts mehr \u2013 das kommt vorne zum Revisionsschacht wieder raus. So gegen halb Sieben wecke ich meine Mitbewohnerin, als ich mit Hammer und Mei\u00dfel das einzementierte Sieb vom Abfluss rausstemme, um es zu reinigen. Gemeinsam schaffen wir an Wasser raus, was wir k\u00f6nnen. So gegen Acht, halb Neun ist der Heizkeller so trocken wie wir ihn kriegen k\u00f6nnen, in den anderen Teilen l\u00e4uft es immer noch aus der Wand, aber nicht mehr so viel. Es regnet nicht mehr. Von Sorge um mein geliebtes Connemara-Pony getrieben mache ich mich auf zum Stall, nichtahnend, was mich erwartet.<\/p>\n<p><br <p=\"\"><br <p=\"\">Ich schlage automatisch die gewohnte Route von Erftstadt Liblar nach Bliesheim ein, komme bis zur Kallenhofstrasse, da steht die Br\u00fccke bereits unter Wasser. Die Erft hat ihr Bett verlassen. Etwas, das ich in allen Jahrzehnten, die ich in Erftstadt wohne, nicht erlebt habe. Ich drehe, und fahre den Umweg \u00fcber Lechenich. Vor der Br\u00fccke nach Bliesheim steht bereits eine teichgro\u00dfe Pf\u00fctze vor der Autobahnbr\u00fccke, die vom Feld \u00fcber die Stra\u00dfe geflossen ist. Aber noch passierbar. Vor der Hofzufahrt steht auch schon das Wasser. Die Feuerwehr organisiert gerade die Evakuierung der Anwohner. Ich drehe, die Zufahrt zum Stallgel\u00e4nde \u00fcber das hintere Tor, zu dem ich den Schl\u00fcssel habe, ist noch frei. Noch bevor ich vor unserem Offenstall parke, kommen mir andere Pferdebesitzer entgegen. &#8222;Das Wasser steht schon vor dem kleinen Heuschober. Und die Pferde unten, die m\u00fcssen evakuiert werden, aber wir kriegen keinen erreicht.&#8220; Ich stelle das Auto ab, sehe um die Ecke, sehe wo das Wasser steht. Sehe die Pferde vom n\u00e4her zum Bach hin gelegenen Offenstall panisch bis zum Bauch im Wasser, wo ihre Weide war. Die anderen machen sich sofort auf den Weg nach unten. Ich meine noch Halfter holen zu m\u00fcssen und k\u00e4mpfe mich damit durch die Fluten. Das Wasser geht mir bis \u00fcber den Oberschenkel, krieg nasse Hose, k\u00e4mpfe gegen die immer st\u00e4rker werdende Str\u00f6mung, realisiere, dass es vielleicht nicht schlau war, da noch rein zu waten. Die anderen sind bereits an der Wiese und haben es geschafft, die Litzen zu \u00f6ffnen. Die Pferde galoppieren \u2013 ohne Halfter \u2013 raus, auf das h\u00f6her gelegene Gel\u00e4nde. Ich m\u00fchsam durchs Wasser planschend hinterher. Oben wurden die Pferde bereits entgegengenommen und ins n\u00e4chstgelegene Paddock verfrachtet. Die Besitzerin ist inzwischen eingetroffen. Ihr Haus steht unter Wasser, und jetzt auch noch der Stall, bis zur Dachkante. Auf dem R\u00fcckweg zum Auto kommt mir eine Miteinstellerin samt Tochter durchs hintere Tor entgegen, bis \u00fcber die Knie durchs Wasser stiefelnd. Wo eben noch trockener Asphalt war. Mit dem Auto komme ich da nicht mehr raus. Ich parke den Wagen am h\u00f6chsten erreichbaren Punkt auf dem Gel\u00e4nde vor der Scheune. Unsere Pferde stehen dort auf der angrenzenden Weide, bislang trocken. Obwohl nicht akut in Gefahr, ist die ganze Herde nerv\u00f6s. Ich habe M\u00fche, Janka ihre nasse Fliegenmaske auszuziehen. Danach kann ich nur noch \u00fcber den Friedhofszaun rausklettern. Ich schaffe es tats\u00e4chlich, mich per Anhalter wieder nach Liblar durchzuschlagen. Sp\u00e4ter reime ich mir zusammen, dass dies wohl die Flutwelle war, die ausgel\u00f6st wurde als das R\u00fcckhaltebecken bei Horchheim das Wasser nicht mehr halten konnte.<\/p>\n<p><br <p=\"\">Rest des Tages: Keller wischen. Zerfressen von Sorge. Die Pferde. Mein Pony. Das Auto. Meinen Anh\u00e4nger habe ich schon nicht mehr gesehen, der f\u00e4llt mir irgendwann in der Nacht ein, und ich schreibe ihn lakonisch ab. In den Medien h\u00e4ufen sich die Schreckensnachrichten. Jahrhundertflut. Im Ortsteil Blessem bricht die Erft in die Kiesgrube am Ortsrand ein, die W\u00e4nde der Grube rutschen ab, und rei\u00dfen Teile der historischen Burg und mehrere Wohnh\u00e4user mit sich. In Liblar steht das Marienhospital unter Wasser und muss evakuiert werden. Desgleichen das Seniorenheim. Die Aral-Tankstelle wird \u00fcberflutet und l\u00e4uft aus. Der alte Ortsteil von Liblar entlang der Luxemburger Stra\u00dfe versinkt. Im Bereich der Schnellstra\u00dfe in Richtung Br\u00fchl wird die Luxemburger Stra\u00dfe von einer Flutwelle \u00fcberrollt, das Wasser steht Oberkante LKW, Autos versinken. Die Rettungshubschrauber sind ununterbrochen in der Luft, aus allen Richtungen schrillt das Martinshorn. Die Ger\u00e4uschkulisse begleitet uns die n\u00e4chsten drei Tage.<\/p>\n<p><br <p=\"\">Gegen Abend h\u00e4lt es mich nicht mehr, ich versuche mich mit dem Fahrrad die drei Kilometer nach Bliesheim durch zu schlagen. Auf dem k\u00fcrzesten Weg, in der Hoffnung, wenigstens absch\u00e4tzen zu k\u00f6nnen, wo das Wasser steht, aber unser Stall ist von da aus nicht zu sehen. Die Kallenhofstra\u00dfe existiert praktisch nicht mehr. Erft und Liblarer M\u00fchlengraben sind eins uns rauschen als mehrere hundert Meter breite schlammbraune Flut durch den Ort. Wo die Stra\u00dfe sein sollte, wirbeln Stromschnellen. Alt-Bliesheim ist komplett unter Wasser. An der n\u00e4chsten Kreuzung treffe ich eine Vereinsfreundin, aufgel\u00f6st und fertig mit den Nerven. Ihr Offenstall gegen\u00fcber dem Vereinsreitplatz wurde von den Fluten \u00fcberrascht und ist metertief darin versunken. Zwei Besitzerinnen hatten noch versucht, die Pferde zu evakuieren, wurden dabei aber selber vom Wasser mitgerissen, konnten sich noch am Rand des Gel\u00e4ndes an B\u00e4umen festhalten und hockten dort stundenlang, w\u00e4hrend ihre Pferde sich gegen die Fluten aufb\u00e4umten, wieherten, schwammen, k\u00e4mpften, und die Ziegen und Schafe von den benachbarten Wiesen und Kleing\u00e4rten in Todesnot schrien. Der erste Rettungsversuch von Seiten der Feuerwehr scheiterte, das Boot wurde von einer Welle erfasst, kenterte durch. Woraufhin 4 Menschen in den B\u00e4umen sa\u00dfen. Es wurden dann per Hubschrauber Str\u00f6mungsretter eingesetzt. Eine Person konnte gesichert werden, die andere wurde mitsamt dem Retter weiter abgetrieben bis zu einem rettenden Laternenmast, von dem sie endlich geborgen werden konnten.<\/p>\n<p><br <p=\"\">F\u00fcnf der Pferde stehen immer noch bis \u00fcber die Brust mitten in den gurgelnden, schlammbraunen Fluten, dicht beisammen, sichtlich ersch\u00f6pft, st\u00fctzen immer wieder die K\u00f6pfe auf den Kruppen der anderen ab. Zwei weitere konnten ein St\u00fcck unterhalb lokalisiert werden, und einen Wallach hat es \u00fcber die Kallenhofstra\u00dfe getrieben \u2013 er steht ganz allein in der Flut. Ein Pferd ist vermisst. Wir k\u00f6nnen sie sehen, aber es ist kein Herankommen: die Str\u00f6mung ist zu stark, und es sind zu viele Z\u00e4une dazwischen. Mit einem Boot, einem Zodiak mit einem leistungsstarken Au\u00dfenborder und einem Zaunschneider \u2013 vielleicht. Aber sowas hat hier keiner, und ohnehin werden alle vorhandenen Ressourcen im Moment f\u00fcr die Menschenrettung gebraucht. Ein winziger Hoffnungsstrahl: das Wasser sinkt. Was allerdings immer noch als Damoklesschwert \u00fcber uns schwebt, ist der drohende Dammbruch der Steinbachtalsperre: das w\u00fcrde eine weitere Flutwelle ausl\u00f6sen, von der keiner sagen kann, wie hoch sie dann steigt.<\/p>\n<p><br <=\"\" div=\"\">\n<\/p>\n<figure id=\"attachment_26800\" aria-describedby=\"caption-attachment-26800\" style=\"width: 470px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/www.cpv-ev.com\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/20210715_185329-scaled-e1627300139667.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" wp-image-26800\" src=\"https:\/\/www.cpv-ev.com\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/20210715_185329-196x110.jpg\" alt=\"\" width=\"470\" height=\"264\"><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-26800\" class=\"wp-caption-text\"><span style=\"font-size: 8pt;\">Der Tag nach der Flut am Nachmittag: Die Pferde, die bereits die ganze Nacht geschwommen sind, in Sichtweite, aber nicht zu erreichen. Sie konnten erst nach einer weiteren Nacht im Wasser geborgen werden. Unglaublich, aber alle haben \u00fcberlebt!<\/span><\/figcaption><\/figure>\n<div>\n<\/div>\n<div>\n<br <p=\"\">Zur\u00fcck in Liblar. Baumarkt und Einkaufszentrum sind geflutet, die alte Ortsdurchfahrt steht hoch unter Wasser. An den Stra\u00dfenecken die v\u00f6llig fertigen Anwohner. Handys werden gez\u00fcckt, das Malheur gefilmt. Neugierige, aber so mancher macht die Bilder wohl auch f\u00fcr die Versicherung.<p><\/p>\n<p>Zuhause: Wir haben immer noch keinen Strom. Meine Mitbewohnerin und ich geben uns bei Kerzenschein abends mit einer Flasche Wei\u00dfwein die Kante.<\/p>\n<p><br <=\"\" div=\"\">\n<\/p>\n<h4>Freitag, 16. Juli 2021<\/h4>\n<p><\/p>\n<p>Meine Mitbewohnerin bietet an, mich nach Bliesheim zu fahren, mein Auto holen. Falls es noch steht. Denkste. Wir kommen bis zur Kreuzung bei Frauenthal. Es stinkt durchdringend nach Diesel und Benzin. Die Araltankstelle ist ausgelaufen. Weiterfahrt gesperrt. Erftstadt ist praktisch von der Au\u00dfenwelt abgeschnitten. Also zur\u00fcck.<\/p>\n<p><br <p=\"\">Die Stra\u00dfenseite gegen\u00fcber von unserem Haus hat Strom \u2013 h\u00e4ngt offensichtlich an einem anderen Verteiler. Die Nachbarn legen uns per Kabeltrommel eine Notstromversorgung, an die wir wenigstens die Gefrierschr\u00e4nke anschlie\u00dfen k\u00f6nnen. Der Verlust der Lebensmittel w\u00e4re nicht das schlimmste. Aber das ganze aufgetaute Zeug entsorgen m\u00fcssen.<\/p>\n<p><br <p=\"\">Ich schwinge mich wieder aufs Fahrrad. Wo ein Auto nicht mehr durchkommt, kann ich das immer noch durchschieben. Aber ich muss wissen, was mit unserem Stall, unseren Pferden ist. Auch mit meinem Auto, aber das ist sekund\u00e4r. Ich schaffe es tats\u00e4chlich auf dem Umweg \u00fcber Lechenich zum Stall zu kommen. Das Wasser ist schon recht weit abgeflossen. Mein Auto ist unversehrt. Die sechs Pferde unserer Stallgruppe \u2013 zwei Connemaras, ein Vollblut, ein Fjordi, eine Bosniakin und ein rasseloser Wallach im Appaloosa-Design stehen im Unterstand, alle heil, nur sichtbar \u00fcbern\u00e4chtigt.<\/p>\n<p><br <p=\"\">Einen der Pferdeh\u00e4nger hat es durch den Zaun gehauen, er steht im Acker. Meinen hat das Wasser ein St\u00fcck versetzt, aber dann haben ihn die B\u00fcsche vor dem Zaun aufgehalten. Er wirkt auf den ersten Blick weitgehend intakt. Ich montiere meine Anh\u00e4ngerkupplung und mache mich eben anheischig, den H\u00e4nger zu bergen, als einer der Eigent\u00fcmer des Gel\u00e4ndes angerannt kommt und mir panisch mitteilt: &#8222;Macht dass ihr wegkommt, die Steinbachtalsperre ist durchgebrochen!&#8220; Ich wende nur noch und trete aufs Gas. Vergesse Fahrrad, Packtaschen samt Geldbeutel, nur noch Land gewinnen \u2013 ich wei\u00df, wie schnell Wasser ist! Ich komme trotzdem nicht mehr bis nach Liblar durch. In Lechenich gestrandet, klingle ich bei einer Freundin meiner Mutter. Hocke dort erst mal und genie\u00dfe die erste warme Mahlzeit nach zwei Tagen. Die Suppe mit Regenwasser gekocht, weil man das Trinkwasser angeblich nicht mehr benutzen soll. Ein Hoax, wie sich herausstellt, der dazu f\u00fchrt, dass in den Superm\u00e4rkten panisch Wasser gekauft wird. Immerhin haben in Lechenich noch L\u00e4den offen. In Liblar geht nichts mehr. So nach zwei Stunden kommt es mir komisch vor, dass ich in den Medien keinerlei Best\u00e4tigung f\u00fcr den Dammbruch finde. Verabschiede mich, um die Lage zu peilen. Die Stra\u00dfe von Lechenich nach Liblar auf der ich gekommen bin, ist. Auch das mit dem Dammbruch war ein Hoax. Wer immer den abgesetzt hat, ich m\u00f6chte ihn schlachten! Leider bleibt der nicht der einzige. In den folgenden Tagen h\u00e4ufen sich Fake News in den Social Media. Vieles mag falsch oder nur halb verstanden und gedankenlos weitergepostet sein, aber bei so einigem muss man den Vorsatz unterstellen Panik zu verbreiten, Unwillen und Wut zu sch\u00fcren. Ich versp\u00fcre inbr\u00fcnstigen Hass auf diese Kreaturen und hoffe inst\u00e4ndig, dass man sie juristisch bei den Hammelbeinen kriegt.<\/p>\n<p><br <p=\"\">Eine gute Nachricht gibt es immerhin: die Pferde, die gestern nicht mehr aus der Erft geholt werden konnten, wurden inzwischen geborgen. Die vermisste Stute hat sich eingefunden. Alle haben \u00fcberlebt. Es geht ihnen den Umst\u00e4nden entsprechend. Im weiteren Verlauf mussten alle vor\u00fcbergehend in die Klinik, aber sie werden wieder.<\/p>\n<p>Zur\u00fcck in Liblar: unsere Nachbarn sind deutlich tiefer abgesoffen als wir. Hinzu kommt, dass sie teilweise Wohnkeller haben, mit M\u00f6beln, Teppichen, B\u00fcro einschlie\u00dflich Computer. Meine Mitbewohnerin und ich helfen, das Zeug aus dem Keller zu schleppen und das Wasser weg zu wischen. Irgendwann geht auf einmal das Licht an. Hurrah! Wir haben wieder Strom! Wir freuen uns alle so, dass wir auf der Stra\u00dfe eine Flasche Rotwein killen und auf nachbarschaftliche Br\u00fcderschaft ansto\u00dfen. Es reicht f\u00fcr nicht mehr als ein Probierglas f\u00fcr jeden, aber ich habe danach merklich einen im Tee.<\/p>\n<p><br <=\"\" p=\"\">\n<\/p>\n<h4>Samstag, 17. Juli 2021<\/h4>\n<p><\/p>\n<p>Rumtelefonieren. Freunde und Verwandte, die Lage mitteilen oder abfragen. Wo wird Hilfe gebraucht, wo kommt man noch durch, was geht, was geht nicht mehr?<\/p>\n<p><br <p=\"\">Ich schaffe es mit Hilfe meiner Reitbeteiligung, meinen H\u00e4nger zu bergen. Innen voll Schlamm, untendrunter voller Dreck, Gras und Ge\u00e4st. Den Hochdruckreiniger kann ich nicht einsetzen, es gibt in ganz Bliesheim keinen Strom. Der H\u00e4nger hat die Tauchfahrt scheinbar \u00fcberstanden, aber die Elektrik funktioniert nicht einwandfrei. Als eine Freundin mich wenig sp\u00e4ter anruft und einen H\u00e4nger braucht, um ein Pferd in die Klinik zu bringen muss ich leider ablehnen \u2013 das Ding ist vorerst nicht verkehrssicher.<\/p>\n<p><br <p=\"\">Der Offenstall einer anderen Freundin, gerade erst \u00fcbernommen und liebevoll renoviert ist ebenfalls komplett abgesoffen. Ihrer liegt in Weilerswist, Nachbargemeinde, aber Kreis Euskirchen. Der bachseitig gelegene Ortsteil sieht mindestens so schlimm aus wie Liblar und Bliesheim, scheint in den Medien aber nicht mal erw\u00e4hnenswert. Die Stra\u00dfe in den Ort ist untersp\u00fclt, mit dem Auto nicht mehr passierbar. Ich parke au\u00dferhalb am Friedhof, gehe zu Fu\u00df. Wohnstra\u00dfe die zum Stall f\u00fchrt ist von Rettungsfahrzeugen verstopft, die rechts und links Wasser abpumpen, und was sonst noch \u00fcber Stra\u00dfen und G\u00e4rten geschwappt ist. In mehreren H\u00e4usern sind die \u00d6ltanks ausgelaufen. Der ganze Schmodder ist \u00fcber die Weiden geschwappt bis in die St\u00e4lle. Es stinkt bestialisch nach Diesel. Die Pferde konnten gerade noch rausgeholt werden, der kleine Shetty war schon am Schwimmen. Ihr Araberwallach steht schwer krank in einer Box im Reitstall. Die anderen in einem notd\u00fcrftig zum Paddock umfunktionierten Vorgarten an der stark befahrenen Hauptstra\u00dfe. Die Heuvorr\u00e4te sind nass, die Weiden nicht mehr zu gebrauchen, wie bei fast allen. Wie lange kann keiner sagen, aber dieses Jahr bestimmt nicht mehr. Das Wasser aus dem Bach ist auch nicht mehr nutzbar und muss irgendwie rangeschafft werden. Wir schaufeln \u00d6lschlamm und verschmutzen Sand aus den Paddocks, damit wenigstens diese wieder benutzbar sind und die Pferde aus dem Vorgarten wegkommen, der alles andere als sicher ist. Freilaufende Pferde im Stra\u00dfenverkehr ist das letzte, was gerade noch gebraucht wird.<\/p>\n<p><br <p=\"\">Die Hilfsbereitschaft ist \u00fcberw\u00e4ltigend, es wird rundherum organisiert, was irgendwie geht, teilweise von Leuten weit au\u00dferhalb der Region. Die Kehrseite ist blinder Aktionismus, Stra\u00dfen verstopft mit den Fahrzeugen von Hilfswilligen, die die Arbeit der Rettungskr\u00e4fte behindern, sich t\u00fcrmende Sachspenden, die keiner will und keiner braucht. Am Sp\u00e4ten Nachmittag erreicht uns ein Aufruf zu einer gro\u00dfen Evakuierungsaktion von Pferden. Es w\u00fcrden Zugfahrzeuge und H\u00e4nger gebraucht. Wir sitzen bereits im Auto, als sich auf R\u00fcckfrage die Aktion als weiterer Hoax herausstellt. Etliche hatten sich bereits beim angegebenen Treffpunkt eingefunden und wurden von der Feuerwehr wieder wegeschickt, weil sie mit ihren Gespannen die Retter behinderten. Welches kranke Hirn denkt sich sowas aus? Ich hoffe, es wurde Anzeige gestellt!<\/p>\n<p><br <p=\"\">An der Talsperre hat man es inzwischen geschafft, den verstopften Grundablass frei zu kriegen, aber der Wasserstand ist immer noch zu hoch, um Entwarnung zu geben.<\/p>\n<p><br <=\"\" p=\"\">\n<\/p>\n<h4>Sonntag, 18. Juli 2021<\/h4>\n<p><\/p>\n<p>Weitermachen mit den Aufr\u00e4umarbeiten. Ich h\u00e4nge mich ans Internet, suche Informationen wie mit der Verseuchung umgegangen werden kann. Ist nicht vordringlich, aber Klarheit und Planbarkeit anstelle von Bef\u00fcrchtungen und Horrorszenarien im Kopf helfen auch schon. Koche nebenbei einen Topf Eintopf, den ich sp\u00e4ter mit zum Stall nehme. Auf dem Weg nach Weilerswist muss ich durch Bliesheim. Es ist fast kein Durchkommen. Containerfahrzeuge voll mit immer noch tropfendem M\u00fcll \u2013 das was einmal Wohnung war &#8211; pendeln in beide Richtungen. Katastrophentouristen dr\u00e4ngeln sich mit ihren E-Bikes vorbei. Dazwischen professionelle Schrottsammler, die die M\u00fcllberge fleddern. In Teilen von Erftstadt ist es bereits zu Pl\u00fcnderungen gekommen, u.a. im Marienhospital, das jetzt von der Polizei gesichert werden muss.<\/p>\n<p><br <p=\"\">Die Stimmung ist zwischen Fatalismus und Resignation. Immerhin ist der Paddock in Weilerswist soweit, dass die Ponys, einschlie\u00dflich der beiden Alten aus dem Nachbarstall wieder einziehen k\u00f6nnen. Wasser wurde organisiert. Ohne Radlader oder Gabelstapler sind die vollen Beh\u00e4lter aber nicht vom H\u00e4nger zu kriegen. Also wird das Wasser vom vollen in einen leeren umgeleitet, mit einem alten Feuerwehrschlauch, um dann den geleerten auf die Stra\u00dfe zu heben und ebenfalls zu bef\u00fcllen. Eine Aktion, die sich unvermutet schwierig gestaltet. Aber am Ende funktioniert. Gegen Abend Kopfschmerzen wie von einem Megabes\u00e4ufnis von den immer noch wabernden Dieseld\u00e4mpfen. Wei\u00df nicht, ob es so gut war, die Pferde schon wieder zu holen. Man wird sehen.<\/p>\n<p><br <p=\"\"><figure id=\"attachment_26805\" aria-describedby=\"caption-attachment-26805\" style=\"width: 387px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/www.cpv-ev.com\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/20210722_150835-scaled-e1627300399561.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" wp-image-26805\" src=\"https:\/\/www.cpv-ev.com\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/20210722_150835-196x110.jpg\" alt=\"\" width=\"387\" height=\"217\"><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-26805\" class=\"wp-caption-text\"><span style=\"font-size: 8pt;\">Eine Umweltkatastrophe, die alles zerst\u00f6rt hat<\/span><\/figcaption><\/figure><\/p>\n<p><br <=\"\" p=\"\">\n<\/p>\n<h4>Montag, 19. Juli 2021<\/h4>\n<p><\/p>\n<p>Meinen Urlaub, den ich diese Woche eigentlich antreten wollte, gecancelt. Kann nicht weg, solange es keine Entwarnung am Staudamm ist. Au\u00dferdem ist \u00d6sterreich, wo ich hinwollte, jetzt ebenfalls Katastrophengebiet. Ich w\u00e4hle mich bei meiner Firma ein, versuche zu arbeiten, und merke, dass ich das nicht kann. Kann mich nicht konzentrieren. Der Kopf ist woanders. Ich versuche zu kl\u00e4ren, ob eine Freistellung bekommen kann. Freigestellt wurden von Firmenseite bereits Angeh\u00f6rige von freiwilligen Rettungsdiensten. Dass auch es Mitarbeiter gibt, die mitten im Katastrophengebiet beheimatet sind, hat man noch nicht auf dem Schirm. Man verspricht mir, eine Regelung f\u00fcr mich zu finden.<\/p>\n<p><br <p=\"\">Ich breche den Arbeitsversuch ab, fahre zum Stallgel\u00e4nde, das immer noch nicht auf direktem Wege erreichbar ist und bis auf weiteres bleibt: In Bliesheim, durch die Erft zweigeteilt, ist keine einzige Br\u00fccke mehr mit dem Fahrzeug passierbar, die beiden Ortsh\u00e4lften voneinander isoliert.<\/p>\n<p><br <p=\"\">Wir m\u00fcssen das nasse Heu auseinanderziehen und schnellstm\u00f6glich entsorgen: Gefahr der Selbstentz\u00fcndung. An einigen Stellen qualmt es bereits.<\/p>\n<p><br <p=\"\">Bisherige Bilanz: Keine menschlichen Todesopfer bekannt. In Bliesheim zumindest auch keine toten Pferde. Ich wei\u00df nur von zweien in Liblar, die jedoch nicht ertrunken, sondern in Panik in ein Bergungsfahrzeug gerannt sind. Die Tiere in den Kleing\u00e4rten l\u00e4ngs der Erft jedoch, Ziegen, Schafe, Damwild und Gefl\u00fcgel sind fast alle ertrunken. Nur ein paar wenige wurden lebend gefunden. In den folgenden Tagen werden auch immer wieder Hausenten und G\u00e4nse gesichtet. Im Gegensatz zu den H\u00fchnern konnten die schwimmen.<\/p>\n<p><br <=\"\" p=\"\">\n<\/p>\n<h4>Dienstag, 20. Juli 2021<\/h4>\n<p><\/p>\n<p>In Bliesheim ist das Wasser soweit abgeflossen, dass man die Verw\u00fcstung richtig sieht. Die komplette Erftaue ist ein Sumpf, H\u00fctten weggeschwemmt, Z\u00e4une umgelegt, was noch steht mit Grass behangen, bis hoch in die B\u00e4ume. Wo Geb\u00fcsch im Weg stand, Haufen von Schwemmgut. Wir r\u00e4umen den gro\u00dfen Offenstall unserer Freunde hinter dem Sportplatz. Das war einmal einer der sch\u00f6nsten St\u00e4lle im ganzen Umkreis, ein Pferdeparadies. Jetzt eine braune Sumpflandschaft. Mit vereinten Kr\u00e4ften versuchen wir zu bergen und zu s\u00e4ubern was geht. Schlamm wohin man sieht. Der Dieselgeruch hat sich weitgehend verfl\u00fcchtigt. Daf\u00fcr stinkt es jetzt nach Tod. Die Br\u00fche auf den Wiesen g\u00e4rt. Die Feuerwehr hat die meisten ertrunkenen Kleintiere geborgen, aber es liegen immer noch welche unter dem Schwemmgut und fangen an zu verwesen. Der Container mit den Kadavern steht in der Sonne, Schw\u00e4rme von metallisch gr\u00fcnen Fliegen finden sich ein. Der Geruch reizt zum Erbrechen.<\/p>\n<p><\/p>\n<p><br <p=\"\"><figure id=\"attachment_26804\" aria-describedby=\"caption-attachment-26804\" style=\"width: 380px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/www.cpv-ev.com\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/20210722_120238-scaled-e1627300317324.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" wp-image-26804\" src=\"https:\/\/www.cpv-ev.com\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/20210722_120238-196x110.jpg\" alt=\"\" width=\"380\" height=\"213\"><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-26804\" class=\"wp-caption-text\"><span style=\"font-size: 8pt;\">Es steht nicht nur dass Wasser noch immer knietief, sondern auch das ausgeflossene \u00d6l<\/span><\/figcaption><\/figure><\/p>\n<p><br <p=\"\">Gegen Abend ist der gr\u00f6\u00dfte Teil des M\u00fclls, einschlie\u00dflich des nassen Heus rausgebracht und abgefahren, dank selbstloser Helfer aus der Landwirtschaft, die das mit ihrem schweren Ger\u00e4t bew\u00e4ltigen konnten.<\/p>\n<p><br <=\"\" p=\"\">\n<\/p>\n<h4>Die Folgetage<\/h4>\n<p><\/p>\n<p>Hubschrauber und Martinshorn sind immer noch zu h\u00f6ren, aber nicht mehr permanent. Am Ein- und Ausgang der betroffenen Ortschaften t\u00fcrmen sich gigantische M\u00fcllhalden. In Weilerswist hat sich der Sportplatz in eine meterhohe Kippe verwandelt. Nach dem Wasser das Feuer: die Entsorgungsanlage Remondis brennt, und kurz danach ein Haus in Bliesheim. Die Ursache nicht n\u00e4her bekannt. Allerdings haben wir bei dem Haus durch die Hecke hindurch im Garten Flammen gesehen.<\/p>\n<p><\/p>\n<p><br <p=\"\"><figure id=\"attachment_26801\" aria-describedby=\"caption-attachment-26801\" style=\"width: 445px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/www.cpv-ev.com\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/20210720_173336-scaled-e1627300368911.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" wp-image-26801\" src=\"https:\/\/www.cpv-ev.com\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/20210720_173336-196x110.jpg\" alt=\"\" width=\"445\" height=\"250\"><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-26801\" class=\"wp-caption-text\"><span style=\"font-size: 8pt;\">Man sieht hier an dem Gras in den B\u00e4umen, wie hoch das Wasser stand<\/span><\/figcaption><\/figure><\/p>\n<p><br <p=\"\">Die Pferde der meisten sind f\u00fcrs erste irgendwo untergebracht und versorgt. Wir werden \u00fcberh\u00e4uft mit gutgemeinten Spendenangeboten. Nicht alles sinnvoll oder auch nur \u00fcberlegt. Wir haben keinen Lebensmittelengpass, die Stra\u00dfen sind soweit frei, dass jeder irgendwo hinfahren und einkaufen kann. Die Notquartiere der obdachlos gewordenen Einwohner sind weitgehend versorgt. Futter f\u00fcr die Tiere, da wo sie jetzt sind, ist f\u00fcrs erste vorhanden. Klar wird Heu und Stroh gebraucht \u2013 langfristig. Im Moment k\u00f6nnen die meisten es gar nicht lagern. Was akut gebraucht wird, immer noch, sind H\u00e4nde und Ger\u00e4t \u2013 von simplen Dingen wie Arbeitshandschuhen, Gummistiefeln, Schaufeln bis Motors\u00e4ge, Frontlader, Bagger, Containerfahrzeug. Dank der Hilfe aller, das bekommen wir, das funktioniert. Wir haben jetzt eine WhatsApp Group, wo wir Hilfsangebote und Bedarf koordinieren k\u00f6nnen.<\/p>\n<p><\/p>\n<p><br <p=\"\"><figure id=\"attachment_26802\" aria-describedby=\"caption-attachment-26802\" style=\"width: 362px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/www.cpv-ev.com\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/20210720_183644-scaled-e1627300354637.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" wp-image-26802\" src=\"https:\/\/www.cpv-ev.com\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/20210720_183644-196x110.jpg\" alt=\"\" width=\"362\" height=\"203\"><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-26802\" class=\"wp-caption-text\"><span style=\"font-size: 8pt;\">Einer der betroffenen Offenst\u00e4lle. Es wird versucht zu retten, was noch zu retten ist<\/span><\/figcaption><\/figure><\/p>\n<p><br <p=\"\">Ein Teil der Helfer hat sich inzwischen \u00fcber unser Vereinsgel\u00e4nde erbarmt. Es sieht verheerend aus. Unser sch\u00f6ner Reitplatz, m\u00fchsam zusammengespart \u2013 hin.<\/p>\n<p><\/p>\n<p><br <p=\"\"><figure id=\"attachment_26803\" aria-describedby=\"caption-attachment-26803\" style=\"width: 301px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/www.cpv-ev.com\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/20210720_184551-scaled-e1627300343356.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" wp-image-26803\" src=\"https:\/\/www.cpv-ev.com\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/20210720_184551-196x110.jpg\" alt=\"\" width=\"301\" height=\"169\"><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-26803\" class=\"wp-caption-text\"><span style=\"font-size: 8pt;\">So sieht es jetzt aus<\/span><\/figcaption><\/figure><\/p>\n<p><br <p=\"\">Die Bauwagen mit Teek\u00fcche und &#8222;Spielger\u00e4t&#8220;, mit dem wir kleine Parcours aufbauen konnten, ein schlammbraunes Chaos. Der gr\u00f6\u00dfere Bauwagen kann nur noch komplett entsorgt werden. Die Einz\u00e4unung aus dicken, betongef\u00fcllten und einzementierten Metallpfosten wurde vom Wasser in gro\u00dfen Teilen einfach umgelegt. Die Anlage des Platzes allein hat seinerzeit rund 12.000 \u20ac gekostet. Wir haben noch etwas 7.000 \u20ac&nbsp;in der Kasse.<\/p>\n<p><br <p=\"\"><figure id=\"attachment_26806\" aria-describedby=\"caption-attachment-26806\" style=\"width: 281px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/www.cpv-ev.com\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/Reitplatz2019-e1627300412208.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" wp-image-26806\" src=\"https:\/\/www.cpv-ev.com\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/Reitplatz2019-147x110.jpg\" alt=\"\" width=\"281\" height=\"210\"><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-26806\" class=\"wp-caption-text\"><span style=\"font-size: 8pt;\">So sah unser Vereinsgel\u00e4nde samt Reitplatz mal aus<\/span><\/figcaption><\/figure><\/p>\n<p><br <p=\"\">Der Reit- und Fahrverein Erftstadt Bliesheim e.V. ist ein kleiner, l\u00e4ndlicher Reitverein, der \u00fcberwiegend getragen wird von Freizeitreitern, die ihre Pferde artgerecht in Offenst\u00e4llen halten und \u00fcber keine eigenen Trainingsanlagen verf\u00fcgen. Der Winter kommt auf uns zu, die lange dunkle Zeit, wo man auf unserem Platz immer noch bei Flutlicht arbeiten konnte. Ob der Platz bis dahin wieder soweit instandgesetzt werden kann, dass er nutzbar ist \u2013 wir wissen es nicht.<\/p>\n<p><br <p=\"\">Der Schaden \u2013 in den Wohnh\u00e4usern, den St\u00e4llen, den Sportgel\u00e4nden und auch auf den Garten-, Acker- und Weidefl\u00e4chen ist \u00fcberhaupt noch nicht abzusch\u00e4tzen und kalkulierbar. Wieviel Geldmittel wof\u00fcr gebraucht werden ist offen. Sicher ist, dass wir Mittel brauchen werden. Mittelfristig, und langfristig. Noch steht das Wasser teilweise knietief. Sowie der Untergrund es erlaubt, muss hier mindestens gemulcht, je nach Kontamination auch gem\u00e4ht und entsorgt werden. Es wird Zaunmaterial gebraucht werden, und nicht nur E-Pf\u00e4hle und Litze. Baumaterial, Bodenmaterial, Sand, Kies, Lava, denn das ist vielfach einfach weggeschwommen. Wo das Bachwasser nicht mehr zum Tr\u00e4nken genommen werden kann, m\u00fcssen L\u00f6sungen gefunden werden. Ger\u00e4te, Fahrzeuge, Maschinen wie M\u00e4her, Traktoren, Anh\u00e4nger, Pumpen und Stromaggregate, die das Wasser nicht \u00fcberlebt haben, m\u00fcssen ersetzt werden. Auch an Ausr\u00fcstung am Pferd wird so mancher einiges zu ersetzen haben. Und unser wundersch\u00f6nes Ausreitgel\u00e4nde \u2013 in Teilen nicht mehr erreichbar, nicht mehr bereitbar. Die Wege sind gesperrt oder einfach weg.<\/p>\n<p><br <p=\"\">F\u00fcr das kommende Wochenende ist neuerlicher Starkregen angesagt. Einerseits vielleicht gut, wenn der Schlamm, der inzwischen zu Staub mutiert ist, abgewaschen und ausgeschwemmt wird. Aber wir haben alle Angst, dass die B\u00e4che wieder anschwellen, \u00fcber die Ufer treten und das Geleistete zunichtemachen und das Gerettete endg\u00fcltig zerst\u00f6ren. Angst um unser Zuhause, unsere Familien, unsere Tiere.<\/p>\n<p><br <p=\"\">Zu hoffen bleibt, dass dieser Kelch an uns vor\u00fcber geht, und dass die Politiker ihr vollmundiges Versprechen von unb\u00fcrokratischer Hilfe auch wahrmachen.<\/p>\n<p><\/p>\n<p><br <p=\"\">Weitere Informationen und Bilder zum Hochwasser finden sich auf der Webseite vom RuFV Erftstadt Bliesheim:<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/reitverein-bliesheim.de\/\">https:\/\/reitverein-bliesheim.de\/<\/a><\/p>\n<\/div>\n<\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp; Tagebuch einer Katastrophe &nbsp; &nbsp;<\/p>\n","protected":false},"author":5,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"ngg_post_thumbnail":0,"footnotes":""},"categories":[1,40],"tags":[],"class_list":["post-26796","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemein","category-news-2021"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.cpv-ev.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/26796","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.cpv-ev.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.cpv-ev.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.cpv-ev.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/5"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.cpv-ev.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=26796"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.cpv-ev.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/26796\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.cpv-ev.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=26796"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.cpv-ev.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=26796"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.cpv-ev.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=26796"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}