{"id":21135,"date":"2017-12-15T09:59:20","date_gmt":"2017-12-15T07:59:20","guid":{"rendered":"https:\/\/www.cpv-ev.com\/?p=21135"},"modified":"2018-03-27T10:37:05","modified_gmt":"2018-03-27T08:37:05","slug":"15-12-2017-hwsd-test-als-qualitaetsmerkmal-von-angelika-von-courten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.cpv-ev.com\/?p=21135","title":{"rendered":"15.12.2017 &#8211; HWSD-Test als Qualit\u00e4tsmerkmal, von Angelika Gr\u00e4fin von Courten"},"content":{"rendered":"<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Chance f\u00fcr Z\u00fcchter und Zuchtverb\u00e4nde in Deutschland<br \/>\n<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>R\u00fcckblick und Hergang<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Es war im Advent 2009, als mir Connemara-Z\u00fcchterin in Bayern das erste Mal ein Connemara-Pony mit \u00e4u\u00dferlich erkennbarem HWSD (Hoof Wall Separation Disease; engl. f\u00fcr Hufwandabl\u00f6sungssyndrom) begegnete.<\/p>\n<p>Damals war diese genetische Krankheit nicht bekannt. Die Gr\u00fcndung&nbsp; der CPRG (Connemara Pony Research Group), die sich mit diesem Thema befasste, erfolgte erst in 2010.<\/p>\n<p>Mit dem heutigen Wissensstand w\u00fcrde man jene Stute als \u201edoppelten Gentr\u00e4ger mit Symptomen unterschiedlich deutlicher Auspr\u00e4gung\u201c bezeichnen. Die Stute ist inzwischen als HWSD\/HWSD-Tr\u00e4ger best\u00e4tigt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Auch die frischgebackene Connemarapony-Besitzerin, deren Stute ich damals in unserem Stall eine Pause auf dem langen Transportweg von Norddeutschland nach \u00d6sterreich gew\u00e4hrte, wusste seinerzeit nichts von oder \u00fcber HWSD. Das hochgradig klamm gehende Pony war als tragende Zuchtstute angepriesen worden. Eine klare Lahmheitsdiagnose gab es zum Zeitpunkt des Kaufs nicht.<\/p>\n<p>Erst viel sp\u00e4ter, als HWSD zum Thema unter den Connemara-Z\u00fcchtern geriet, kam mir diese Stute wieder in den Sinn. Ihr auf HWSD getesteter Nachkomme unterstreicht im Nachhinein als HWSD\/N\u2013Tr\u00e4ger die tragische Diagnose.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Im Sommer 2014 wurde schlie\u00dflich erstmalig und exklusiv in den USA ein HWSD-Gentest angeboten. Der Test kostete damals \u00fcber 30 EUR, Versand der Blutproben etc. nicht mit eingerechnet. Sp\u00e4ter konnten auch Haarproben ohne \u00fcberpr\u00fcfbaren Herkunftsnachweis im Brief verschickt werden. N\u00fcchtern betrachtet war damit Betrugsm\u00f6glichkeiten T\u00fcr und Tor ge\u00f6ffnet.<\/p>\n<p>In der deutschen \u201eConnemara-Z\u00fcchter-Szene\u201c wuchs das Thema HWSD zu einem richtigen Hype heran, auch die dt. Zeitschriften begeisterten sich f\u00fcr das Thema. Nicht einwandfrei nachpr\u00fcfbare Listen im Web stellten sogar Deckhengste farblich nach Grad ihres HWSD-Status dar. Deutsche Connemara-Z\u00fcchter warben \u2013 und werben zum Teil heute noch! &#8211; auf ihren eigenen Websites mit den Resultaten aus jenen amerikanischen Untersuchungen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Im M\u00e4rz 2015 war die Untersuchungsm\u00f6glichkeit unter anderem auch Thema der Rasseversammlung\/Connemara in Bayern. Laut und deutlich habe ich damals vor der seri\u00f6sen Verwertbarkeit solcher Untersuchungsergebnisse gewarnt. Vergebens.<\/p>\n<p>Viele Hengsthalter hatten sich bereits aus Angst vor der M\u00f6glichkeit einer genetischen HWSD-Krankheit ihrer Connemara-Hengste zu einem derartigen Test \u00fcberreden lassen. Auch etliche Stutenbesitzer wurden von dieser Form der Panikmache angesteckt. Immerhin eine Z\u00fcchterkollegin von mir konnte ich von einer derartigen Betestung abhalten. Ihr entging jedoch somit eine Decktaxe &#8211; die Deckanfrage einer Stutenbesitzerin war n\u00e4mlich an ein HWSD-Testergebnis ihres Elite-Hengstes gekn\u00fcpft.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Aktueller Stand in Deutschland<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Inzwischen sind wir in Deutschland endlich auf einem guten Weg:<\/p>\n<p>Es werden Tests von mehreren Laboren angeboten. Angebot und Nachfrage regeln den Markt. Anerkannt &#8211; und damit auch von Zuchtverb\u00e4nden in die Papiere eingetragen &#8211; werden die Resultate nur bei gleichzeitiger Abstammungs\u00fcberpr\u00fcfung bzw. Identifizierung durch Zuchtverband bzw. Tierarzt.<\/p>\n<p>Ab 2018 m\u00fcssen alle Connemara-Fohlen in Deutschland auf HWSD getestet werden, sofern sie nicht von anerkannt N\/N-getesteten Elterntieren stammen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Langsam wandelt sich die \u00fcber die Panikmache gesch\u00fcrte Angst vor HWSD in n\u00fcchterne \u00dcberlegung, wie mit der Situation verfahren werden soll. Wenn die Herausforderung \u201eHWSD\u201c jetzt geschickt angegangen wird \u2013 von Z\u00fcchtern sowie von den Zuchtverb\u00e4nden in Deutschland \u2013 kann dadurch ein ausgesprochenes Qualit\u00e4tsmerkmal f\u00fcr die deutschen Connemara-Ponys erwachsen. Aus Minus kann ein herrliches Plus werden!<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Chancen f\u00fcr die Connemara-Z\u00fcchter in Deutschland<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Z\u00fcchter in Deutschland sind im Marktvorteil. Sie k\u00f6nnen n\u00e4mlich mit anerkannten N\/N-Ergebnissen ihrer Ponys im Verkauf punkten. Die Masse an importierten \u2013 und meist ungetesteten &#8211; Ponys aus dem europ\u00e4ischen Ausland ist in den letzten Jahren riesig geworden. Ein anerkannter HWSD-Status kann ein klarer Vorteil am \u00fcbervollen Freizeitpony-Markt sein. Oft genug wird dort mit den Begriffen \u201evolle Papiere\u201c und \u201egeeignet f\u00fcr die Zucht\u201c geworben. Anmerkung: W\u00e4hrend ich diesen Artikel schreibe,&nbsp; stammen auf einer gro\u00dfen deutschen Pferdeverkaufs-Plattform im Web mit insgesamt etwa 15.000 Angeboten nur 10% der rund 100 verk\u00e4uflichen Connemara-Ponys aus wirklich deutschen Zuchten.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Ich habe prophylaktisch mein diesj\u00e4hriges Connemara-Fohlen auf HWSD testen lassen. Das Qualit\u00e4tsmerkmal \u201eHWSD: N\/N\u201c steht im Papier. Das Fohlen ist inzwischen nach D\u00e4nemark verkauft &#8211; extra f\u00fcr Zuchtambitionen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Z\u00fcchter in Deutschland k\u00f6nnen bares Geld sparen. Wenn Connemara-Z\u00fcchter ihre Elterntiere, die sie wiederholt in der Zucht einsetzen, vorab anerkannt auf HWSD testen lassen und das Ergebnis jeweils N\/N lautet, m\u00fcssen ihre Fohlen ab 2018 nicht auf HWSD getestet werden. Auch abstammungsgepr\u00fcfte Vollgeschwister aus \u00e4lteren N\/N-Anpaarungen sind garantiert keine Gentr\u00e4ger.<\/p>\n<p>Anmerkung: Ich habe meine s\u00e4mtlichen gechipten Zuchttiere anerkannt auf HWSD testen lassen. Die Ergebnisse wurden dem Zucht-verband zum Eintragen mitgeteilt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Z\u00fcchter in Deutschland sind m\u00fcndig. Sie k\u00f6nnen Tests auch selbst in Auftrag geben, wenn ihnen ein Tierarzt die Abstammung (Ablesen des Mikrochips) beim Haare ziehen schriftlich best\u00e4tigt. Diese Testergebnisse der Labore k\u00f6nnen dann dementsprechend von den Zuchtverb\u00e4nden in die Papiere der Ponys \u00fcbernommen werden.<\/p>\n<p>Anmerkung: Im Rahmen einer Routine-Impfung hat der Tierarzt, ausger\u00fcstet mit einem Chip-Leseger\u00e4t, bei meinen Zuchttieren die Haarproben entnommen und die Gentest-Untersuchung in die Wege geleitet &#8211; kein gro\u00dfer Umstand also.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Handlungsm\u00f6glichkeiten f\u00fcr die Zuchtverb\u00e4nde in Deutschland<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Zuchtverb\u00e4nde k\u00f6nnen mit Service und fachkompetenter Beratung punkten und k\u00f6nnen anerkannte HWSD-Tests von gek\u00f6rten Connemara-Hengsten auf Wunsch der Hengsthalter in ihren Hengstverzeichnissen ver\u00f6ffentlichen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Achtung: Hier darf nicht der Fehler einer Diskriminierung durch Zwang einer Ver\u00f6ffentlichung gemacht werden. Laut den Vorgaben aus Irland gilt n\u00e4mlich f\u00fcr alle vor 2016 geborenen Connemaraponys \u2013 egal welchen HWSD-Status sie haben &#8211; Bestandsschutz. Sensibilit\u00e4t beim Umgang mit diesen Daten ist daher gefragt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Gek\u00f6rte Hengste m\u00fcssen international ab Jahrgang 2016 bei der Eintragung ins Stutbuch ihr HWSD-Ergebnis im Equidenpass dokumentiert haben, der Status darf jedoch keinen Einfluss auf das K\u00f6rurteil haben. Die Dokumentationspflicht im Equidenpass gilt auch f\u00fcr HB II-Hengste, die ohne K\u00f6rvorstellung eingetragen werden.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Zuchtverb\u00e4nde k\u00f6nnen f\u00fcr ihre Mitglieder kosteng\u00fcnstige Angebote f\u00fcr den HWSD-Test aushandeln. Bei Untersuchungsauftr\u00e4gen bekommen sie wesentlich g\u00fcnstigere Konditionen als eine einzeln handelnde Privatperson.<\/p>\n<p>Die Zuchtverb\u00e4nde stehen dabei f\u00fcr ihre Mitglieder als Wettbewerb f\u00e4hige Dienstleister in der Verantwortung. Sie werden von ihren Z\u00fcchtern auch anhand der f\u00fcr den HWSD-Test entstehenden zus\u00e4tzlichen Kosten gemessen. Der Service, bestehend aus Ausf\u00fcllen des Untersuchungsauftrags, zeitnaher und nachvollziehbarer Versand der Proben an das Labor sowie die abschlie\u00dfende Passerstellung ist f\u00fcr die Z\u00fcchterschaft von entscheidender Bedeutung.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Vorstellbar ist, dass Zuchtverb\u00e4nde ihren Mitgliedern anbieten, Papiere von \u00e4lteren Tieren aus beidseitigen N\/N-Anpaarungen mit dem Zusatz \u201eHWSD: N\/N\u201c zu versehen, da bei einem rezessiven Erbgang kein anderes Ergebnis m\u00f6glich ist. So ist es schon bei einem der dt. Zuchtverb\u00e4nde vorgenommen worden.<\/p>\n<p>Zuchtverb\u00e4nde mit fachkompetenter Beratung werden Connemara z\u00fcchtende Mitglieder auch zuk\u00fcnftig halten k\u00f6nnen. Eine Abwanderung zu kosteng\u00fcnstigeren Anbietern kann durch guten Service seitens der Verb\u00e4nde vermieden werden.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Service kann dabei auch eine aussagekr\u00e4ftige Website eines Zuchtverbandes sein. Der Surfer im Netz sucht hier nach gepr\u00fcften verl\u00e4sslichen Informationen zum Thema HWSD. Wird er nicht f\u00fcndig, wird er zuk\u00fcnftig Websites ohne Informationen meiden. Die Zugriffe auf schlechte Websites werden weniger, damit auch die Werbung f\u00fcr Verband und Mitglieder im Netz. Ein ganzer Rattenschwanz von verpassten Chancen f\u00fcr einen positiven \u00d6ffentlichkeitsauftritt eines Zuchtverbands schlie\u00dft sich an.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Als in Generationen denkende Connemara-Z\u00fcchterin in Deutschland sehne ich mich nach einer seri\u00f6sen Datenbank in diesem Land, die ersch\u00f6pfend Auskunft zu Abstammungen gibt. Auch sollte diese zur Bew\u00e4ltigung der HWSD-Problematik dienen k\u00f6nnen. Die FN ist hier bereits auf einem guten Weg. Einem \u201egl\u00e4sernen Stutbuch\u201c geh\u00f6rt die Zukunft \u2013 in anderen L\u00e4ndern sind solche Websites schon l\u00e4ngst Standard und Informationsquelle f\u00fcr die Z\u00fcchter.&nbsp; Manche deutsche Zuchtverb\u00e4nde arbeiten ebenfalls zukunftsorientiert an diesen Herausforderungen. Eine Ver\u00f6ffentlichung der HWSD-Auswertung des Fohlenjahrgangs von 2018 mit Namen der Elterntiere kann hierzu eine echte Hilfe sein.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Appell an die Zukunft<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Vorweihnachtszeit ist die Zeit zum W\u00fcnschen.<\/p>\n<p>Bitte begreifen Sie \u2013 Connemara-Z\u00fcchter und Zuchtverb\u00e4nde in Deutschland&nbsp; gleicherma\u00dfen&nbsp; \u2013 das Thema \u201eHWSD\u201c als positive Chance und ergreifen Sie diese auch!<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>AVC<\/p>\n<p>Courten Connemaras<\/p>\n<p>Bruggerhof im Advent 2017<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp; Chance f\u00fcr Z\u00fcchter und Zuchtverb\u00e4nde in Deutschland &nbsp;<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"ngg_post_thumbnail":0,"footnotes":""},"categories":[31,8],"tags":[],"class_list":["post-21135","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-news-2017","category-zucht-veranstaltungen"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.cpv-ev.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/21135","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.cpv-ev.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.cpv-ev.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.cpv-ev.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.cpv-ev.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=21135"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.cpv-ev.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/21135\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.cpv-ev.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=21135"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.cpv-ev.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=21135"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.cpv-ev.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=21135"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}