{"id":20678,"date":"2017-10-13T14:33:11","date_gmt":"2017-10-13T12:33:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.cpv-ev.com\/?page_id=20678"},"modified":"2017-10-13T14:33:11","modified_gmt":"2017-10-13T12:33:11","slug":"feely-report","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.cpv-ev.com\/?page_id=20678","title":{"rendered":"Feely-Report"},"content":{"rendered":"<p>&nbsp;<br \/>\n<strong>Charakterisierung der Connemara-Population in Irland<\/strong><\/p>\n<p>\u00fcbersetzt von Susanne Lehmann<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Im November 2003 hat Deirdre Feely, Studentin des University College Dublin, dem Landwirtschaftsministerium ihren Bericht zur \u201eCharacterisation of the Connemara Pony Population in Ireland\u201c vorgestellt. Dieses Projekt war vom Ministerium finanziert worden. Im Rahmen der Jahreshauptversammlung der CPBS im April 2004 stellte Deirdre ihre Erkenntnisse den Mitgliedern der CPBS vor.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Schwerpunktthemen des Projektes waren die \u201edemographische und genetische Charakterisierung der Connemara-Population unter besonderer Betonung des Einflusses fr\u00fcherer Zuchtpraktiken auf die gegenw\u00e4rtige genetische Zusammensetzung der Rasse. Gr\u00f6\u00dfentrends wurden untersucht, um das Vorhandensein genetischer Erosion zu beweisen.\u201c<\/p>\n<p>Dies ist die \u00dcbersetzung der Zusammenfassung des Reports, wie er auf der Website der ICCPS zu finden ist. Der Artikel war 2004 im Heft 2 der Connemarapony Vereinigung e.V. ver\u00f6ffentlicht.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Einf\u00fchrung<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Rasse ist in ihrer Gesamtzahl eine kleine Rasse, mit ca. 2.000 Zuchtstuten und 250 Deckhengsten in Irland. In seiner Tradition war das Connemara Pony ein Arbeitstier, das im landwirtschaftlichen Bereich Westirlands eine tragende Rolle spielte. Als jedoch in der Mitte des 20. Jahrhunderts die Bewirtschaftung der H\u00f6fe andere Strukturen annahm und moderne Maschinen eingesetzt wurden, wurde der Einsatz als Arbeitspony hinf\u00e4llig. Das Connemara Pony hat seine Beliebtheit erhalten, indem es sich eine sichere Position im Schau- und Sportgesch\u00e4ft erarbeitet hat.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Connemara Pony Breeders\u2019 Society (CPBS) wurde 1923 gegr\u00fcndet. Die Hauptaufgabe der Society war die Unterst\u00fctzung, Entwicklung und Bewahrung des Connemara Ponys als \u201ereine\u201c Rasse. Seit ihrer Gr\u00fcndung ist die Society auch f\u00fcr die Publikation des Connemara Pony Stutbuches verantwortlich. Die Rasse ist heute in der ganzen Welt als hochklassiges Sportpony bekannt und inzwischen haben 17 L\u00e4nder eigene Z\u00fcchtervereinigungen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Derzeit muss man sich um die Zahl der j\u00e4hrlich geborenen reinrassigen Fohlen keine Sorgen machen. Jedoch ist das Connemara Pony Stutbuch seit 1964 geschlossen und die Praxis, beliebte Hengste \u00fcberm\u00e4\u00dfig zu nutzen, ist in der Geschichte der Rasse weit verbreitet. Dies kann m\u00f6glicherweise zu einer Verengung des genetischen Pools, einem hohen Inzuchtkoeffizienten und einem Verlust der genetischen Vielfalt innerhalb der Rasse f\u00fchren.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Hauptaufgabenstellung dieses Projektes war, die Zuchtpopulation demographisch und genetisch zu beschreiben mit besonderer Ber\u00fccksichtigung, wie die Zuchtpraxis der Vergangenheit die gegenw\u00e4rtige genetische Zusammensetzung der Zucht bestimmt hat. Auch die Gr\u00f6\u00dfenentwicklung wurde analysiert, um zu versuchen, einen Beweis f\u00fcr genetische Erosion zu liefern.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Die Methode<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Gesamtzahl von 20.032 Tieren wurde in dieser Charakterisierung der Connemara Pony Population ber\u00fccksichtigt. Die Daten wurden den Zuchtverbandsunterlagen und der Computerdatenbank von D.A. Danielsson aus Schweden entnommen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Studien bezogen sich im Wesentlichen auf zwei Gruppen: die erste bestand aus 2.316 eingetragenen Zuchtponys, geboren zwischen 1993 und 1996 einschlie\u00dflich. Diese Gruppe stellt die \u201emoderne\u201c Zuchtbasis der Connemara Ponys dar. Die zweite Gruppe besteht aus 2.844 Fohlen, die zwischen 1998 und 2001 einschlie\u00dflich geboren worden sind. Diese Gruppe enth\u00e4lt Daten von Ponys, die (altersbedingt) nur teilweise eingetragen sind und daher die Zuchtbasis der Zukunft des Connemara Ponys darstellen. Man sollte sich vergegenw\u00e4rtigen, dass ca. 1\/3 der noch nicht eingetragenen Ponys dieser Gruppe nicht als Zuchtponys eingetragen werden wird.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Gruppen wurden sowohl demographisch wie auch genetisch umrissen. Die demographische Erfassung ist eine Beschreibung der Population in Zahlen und erm\u00f6glicht es uns, zu erkennen, wie sich Gr\u00f6\u00dfe und Struktur der Population \u00fcber die Zeit entwickelt hat. Die Hauptparameter, die im Rahmen der demographischen Erfassung erforscht wurden, enth\u00e4lt die Anzahl der j\u00e4hrlichen Geburten, die Geschlechtsverteilung, das durchschnittliche Generationenintervall und die Gr\u00f6\u00dfe von Familien.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die genetische Charakterisierung einer Population wird genutzt, um den Grad der genetischen Vielfalt einer Gruppe festzustellen. Als Bestandteil der genetischen Charakterisierung wurde der durchschnittliche Inzuchtkoeffizient und durchschnittliche Verwandschaftskoeffizient f\u00fcr die Tiere beider Gruppen ermittelt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Einfluss der Ahnen der Bezugsgruppen, die Anzahl der Begr\u00fcnder, die effektive Zahl der Begr\u00fcnder und die tats\u00e4chliche Anzahl der Angeh\u00f6rigen wurden erfasst, um den Grad der genetischen Vielfalt innerhalb der Population zu erfassen. Der Einfluss, den Vollblut, Araber, Irish Draught und Welsh Cob auf die beiden Gruppen haben, wurde ebenfalls berechnet. Auch die Gr\u00f6\u00dfenentwicklung des Connemara Ponys wurde analysiert.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Zusammenfassung der Ergebnisse<\/strong><\/p>\n<p><strong>a) Demographische Charakterisierung der Population<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Bis 1959 war die Anzahl der Ponys, die j\u00e4hrlich eingetragen wurden, konstant unter 100 Ponys. Es gab einen steilen Anstieg bei den j\u00e4hrlichen Geburten zwischen 1959 und 1970, mit einem H\u00f6hepunkt von 568 Fohlen in 1970. Die Gr\u00f6\u00dfe der Population wurde zwischen 1971 und 1980 erheblich verkleinert, aber erholte sich zwischen 1980 und 1996. Gegenw\u00e4rtig werden jedes Jahr rund 800 Fohlen geboren, jedoch nur 60 bis 70 % aller Fohlen werden auch als Connemara Pony ins Stutbuch mit seinen Sektionen eingetragen. In j\u00fcngerer Zeit hat sich das Verh\u00e4ltnis zwischen eingetragenen Stuten und Hengsten stark ver\u00e4ndert. 1980 wurde pro 8,23 eingetragener Stuten ein Hengst eingetragen. 1994 war das Verh\u00e4ltnis 30,5 Stuten pro eingetragener Hengst.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Demographische Analyse der Bezugsgruppen<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In den Jahren 1993 bis 1996 (Gruppe I) stieg die Anzahl der eingetragenen Ponys pro Jahr von 548 in 1993 auf 590 in 1996. In Gruppe II fiel die Zahl der Fohlen von 866 Fohlen im Jahr 1998 auf 441 im Jahr 2001. Jedoch wird angenommen, dass dies eher die r\u00fcckl\u00e4ufigen Fohlenmeldungen als die tats\u00e4chliche Zahl der geborenen Fohlen reflektiert.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">181 verschiedene Hengste produzierten die 2.316 Ponys in Gruppe I. Die Anzahl der Nachkommen schwankte pro Hengst zwischen 1 und 140. 214 verschiedene Hengste waren f\u00fcr die 2.844 Fohlen der Gruppe II verantwortlich. Dabei produzierten sie zwischen 1 und 151 Fohlen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Altersprofile von Hengsten und Stuten in den Bezugsgruppen<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das Durchschnittsalter der Hengste ist f\u00fcr die Bezugsgruppe II h\u00f6her als f\u00fcr Gruppe I. ein Beispiel: 7 % der eingesetzten Hengste f\u00fcr die Gruppe I waren unter 5 Jahre alt, w\u00e4hrend in der j\u00fcngeren Gruppe nur 2% der Hengste j\u00fcnger als 5 Jahre alt waren.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ein gr\u00f6\u00dferer Anteil j\u00fcngerer Stuten zeigt sich f\u00fcr Gruppe II verantwortlich. 15 % der Stuten der \u00e4lteren Gruppe (geboren 1993 bis 1996) waren 20 Jahre alt und \u00e4lter, w\u00e4hrend nur noch 5 % der Stuten, die f\u00fcr die j\u00fcngere Gruppe verantwortlich ist (1998 bis 2001) der 20-j\u00e4hrigen und \u00e4lteren Zuchtstutengruppe entstammen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Generationsintervall<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das Generationsintervall ist definiert als das Durchschnittsalter der Elterntiere zum Zeitpunkt des Abfohlens.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das Generationsintervall zwischen Elterntieren und Nachzucht betrug bei Gruppe I 10,51 Jahre. Das Generationsintervall der Gruppe II stieg leicht auf 10,59 Jahre an.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">F\u00fcr beide Gruppe war das Generationsintervall zwischen Hengsten und Nachzucht ca. 2 Jahre l\u00e4nger als das Generationsintervall zwischen Stuten und Nachkommen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zwischen 1980 und 2000 stieg das Generationsintervall um 16 % von 8,98 auf 10,44 Jahre.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das Generationsintervall ist \u00e4hnlich wie das anderer Pferdepopulationen. Das l\u00e4ngere Generationsintervall zwischen Hengsten und Nachzucht k\u00f6nnte bedeuten, dass die Z\u00fcchter \u00e4ltere und bew\u00e4hrte Hengste bevorzugen, oder es k\u00f6nnte auch bedeuten, dass die Hengste sp\u00e4ter im Leben mit dem Decken beginnen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Familiengr\u00f6\u00dfen<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Um die Familiengr\u00f6\u00dfen zu analysieren, wurde die Familiengr\u00f6\u00dfe als Anzahl der zur Zucht verwendeten Nachkommen von Hengst und Stute definiert. Die Nachkommen wurden als aktiv in der Zucht eingestuft, wenn sie selbst mindestens einen eingetragenen Nachkommen haben. Die Idealsituation ist es, die Familiengr\u00f6\u00dfe ausgewogen zu halten, also jedem Zuchttier die gleiche Chance zu geben, einen sie ersetzenden Nachkommen in der n\u00e4chsten Generation zu etablieren.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Im Durchschnitt produzierte jeder Hengst 2,88 weiter zur Zucht verwendete Hengstnachkommen und 9,94 weiter zur Zucht verwendete Stuten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">M\u00e4nnliche Familiengr\u00f6\u00dfen waren extrem unbalanciert, ein kleiner Teil der Hengste produzierte einen gro\u00dfen Teil der Zuchtpopulation. Zum Beispiel stammen 55 % der zur Zucht verwendeten Stuten und 30 % der zur Zucht verwendeten Hengste von nur 10 % der Hengste ab.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Im Durchschnitt brachte jede zur Zucht verwendete Stute wiederum 1,24 zur Zucht verwendete Hengste und 1,77 zur Zucht verwendete Stuten. Die weiblichen Familiengr\u00f6\u00dfen ergaben eine weit weniger gro\u00dfe Variation im Vergleich mit den m\u00e4nnlichen Familiengr\u00f6\u00dfen, da die Stuten ohnehin auf ein Fohlen pro Jahr limitiert sind (Anm.: Bisher werden bei Connemara Ponys keine Embryotransfers druchgef\u00fchrt).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">M\u00e4nnliche Familiengr\u00f6\u00dfen waren sehr unausgewogen. Es ist wahrscheinlich, dass dies zu einem Verlust an genetischer Vielfalt innerhalb der Rasse f\u00fchrt, zu einem Anstieg der verwandtschaftlichen Verh\u00e4ltnisse in k\u00fcnftigen Generationen und zu einem Anstieg der Inzuchtkoeffizienten.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>b) Genetische Charakterisierung der Population<\/strong><\/p>\n<p><strong>Vollst\u00e4ndigkeit des Pedigrees<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Vollst\u00e4ndigkeit des Pedigrees ist ein wichtiger Anhaltspunkt, da die Richtigkeit der genetischen Bestimmung in weiten Teilen von der Qualit\u00e4t der verwendeten Daten abh\u00e4ngt. Die Vollst\u00e4ndigkeit des Pedigrees wurde gemessen durch Ermittlung des Anteils bekannter Vorfahren pro Generation.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das komplette Generations\u00e4quivalent wurde auch benutzt, um die Vollst\u00e4ndigkeit des Pedigrees zu ermitteln und wurde definiert als die durchschnittliche Zahl bekannter vollst\u00e4ndiger Generationen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In beiden Gruppen war f\u00fcr die ersten 3 Generationen praktisch 100 % der Vorfahren bekannt, also beinahe 100 % der Eltern, Gro\u00dfeltern und Urgro\u00dfeltern sind bekannt. Nach der 5. und 6. Generation schwand der Bekanntheitsgrad zunehmend.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die kompletten Generations\u00e4quivalente der beiden Gruppen liegen bei 6,15 und immerhin 6,59 bei den j\u00fcngeren (also 6,59 Generationen bekannt).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Anteil an vollst\u00e4ndigen Pedigrees in den beiden Referenzgruppen wurde relativ hoch im Verh\u00e4ltnis zu Vergleichsstudien eingesch\u00e4tzt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Inzucht<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Inzuchtkoeffizient misst die Wahrscheinlichkeit, mit der ein Pony identische Gene \u00fcber die Abstammung von Vater und Mutter erh\u00e4lt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der durchschnittliche Inzuchtkoeffizient f\u00fcr die Ponys der Bezugsgruppe I betr\u00e4gt 4,49 %. Dieser wert ist auf 4,65 % f\u00fcr die j\u00fcngere Gruppe II angestiegen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">5,31 % der Ponys in Gruppe I hatten einen Inzuchtkoeffizienten von unter 2 %. Der Anteil der Ponys in der j\u00fcngeren Gruppe II mit einem Inzuchtkoeffizienten von unter 2 % betr\u00e4gt 2,67 %.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Anstieg der Inzucht von 1980 bis 1990 war 0,93 % und kam den Sch\u00e4tzungen f\u00fcr den Anstieg von Inzucht bei un\u00fcberlegten Bedeckungen sehr nahe.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der durchschnittliche Inzuchtkoeffizient f\u00fcr Ponys, die 1980 geboren wurden, betr\u00e4gt 3,19 %. Dieser Wert ist seither konstant angestiegen, um bei den 2000 Geborenen den Wert 4,65 % zu erreichen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Inzuchtgrad, der in der Connemara Pony Zucht festgestellt worden ist, ist im Verh\u00e4ltnis zu vergleichbaren Studien (anderer Rassen) hoch. Der tats\u00e4chliche Anstieg der Inzucht ist vergleichbar mit dem theoretischen Anstieg der Inzucht, den man erwartet h\u00e4tte, falls die Anpaarungen un\u00fcberlegt vorgenommen werden. Das belegt, dass die Z\u00fcchter nicht gen\u00fcgend Ma\u00dfnahmen ergriffen, um die Anpaarung verwandter Ponys zu vermeiden.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Durchschnittlicher Verwandtschaftskoeffizient<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der durchschnittliche Verwandtschaftskoeffizient misst den Anteil der Gene, den die Tiere gemeinsam haben. Der durchschnittliche Verwandtschaftskoeffizient der Gruppe I betr\u00e4gt 10,26 %, der der Gruppe II 10,66 %. Die Verwandtschaft der Hengste innerhalb beider Gruppen ist dabei fast 1 % h\u00f6her als die Verwandtschaft zwischen den Stuten innerhalb beider Gruppen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wenn man bedenkt, dass die durchschnittliche Verwandtschaft zwischen Cousins 12,5 % betr\u00e4gt, dann ist die Verwandtschaft innerhalb der Ponys in beiden Gruppen sehr hoch. Die durchschnittliche Verwandtschaft unter den Hengsten der Referenzgruppen ist h\u00f6her als die Verwandtschaft der Stuten der Referenzgruppen, was bedeutet, dass die Hengste, die f\u00fcr die Zucht selektiert wurden, von \u00e4hnlichem Ursprung oder Zuchtlinien stammen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Beitr\u00e4ge der Ahnen<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wichtige Vorfahren wurden errechnet, indem man den Bezug ihrer Nachkommen zu den Referenzgruppen feststellte. Dieser geringf\u00fcgige Beitrag ist der Beitrag durch einen Ahnen, der nicht schon durch ein anderes Tier erfasst ist.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Carna Bobby ist der wichtigste Ahne bei den Referenzgruppen, mit einem Einfluss von 13,81 % auf die \u00e4ltere Gruppe und einem Einfluss von 13,93 % auf die j\u00fcngere Gruppe. Dun Lorenzo und Carna Dun waren an zweiter und dritter Position mit ungef\u00e4hr 10,5 % und 8,5% Einfluss auf die Gene der Bezugsgruppen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Im Allgemeinen war der Einfluss, den bestimmte Ahnen auf die Referenzgruppen genommen haben, sehr unausgewogen. Nur sechs Ahnen steuern 50 % der Gene beider Referenzgruppen bei.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Unausgewogenheit bei den Genbeitr\u00e4gen durch die Ahnen bedeutet, dass k\u00fcnftige Generationen im Risiko stehen, weitere Einbu\u00dfen in der genetischen Vielfalt zu erleiden.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Anzahl der Begr\u00fcnder, effektive Anzahl der Begr\u00fcnder<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ein Begr\u00fcnder ist definiert als ein Ahne mit unbekannter Abstammung oder zumindest einem unbekannten Elternteil. Es wird angenommen, dass alle Begr\u00fcnder nicht miteinander verwandt sind und alle Gene der Rasse von diesen Begr\u00fcndern eingebracht wurden. Die effektive Anzahl der Begr\u00fcnder ist eine theoretische Zahl, definiert als Anzahl von gleich einwirkenden Begr\u00fcndern, die man annimmt, wenn man den Grad der genetischen Vielfalt in den Referenzgruppen zugrunde legt. Je ausgewogener die Einfl\u00fcsse der Begr\u00fcnder auf die Referenzgruppen sind, um so mehr n\u00e4hert sich die effektive Zahl der Begr\u00fcnder der tats\u00e4chlichen Zahl der Begr\u00fcnder.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">F\u00fcr die Gruppe I (\u00e4ltere) gab es 351 Begr\u00fcnder, f\u00fcr die j\u00fcngere Gruppe II gab es 342 Begr\u00fcnder.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die effektive Anzahl der Begr\u00fcnder f\u00fcr beide Referenzgruppen war 35,8.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es wird vermutet, dass die Diskrepanz zwischen der tats\u00e4chlichen Anzahl der Begr\u00fcnder und der effektiven Zahl der Begr\u00fcnder die Menge an genetischer Vielfalt in der gegenw\u00e4rtigen Population zur\u00fcckdr\u00e4ngen wird, was vermieden worden w\u00e4re, h\u00e4tten alle Begr\u00fcnder gleichm\u00e4\u00dfig beigetragen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Die effektive Anzahl der Angeh\u00f6rigen<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die effektive Anzahl der Angeh\u00f6rigen ist eine theoretische Zahl, die uns die Minimumanzahl der Angeh\u00f6rigen liefert, um die gesamte genetische Vielfalt der Bezugsgruppe zu erkl\u00e4ren. Anders als die effektive Zahl der Begr\u00fcnder repr\u00e4sentiert die effektive Zahl der Angeh\u00f6rigen die Engp\u00e4sse im Pedigree. Je n\u00e4her die effektive Anzahl der Angeh\u00f6rigen an der der effektiven Begr\u00fcnder ist, desto kleiner ist der&nbsp;&nbsp; fr\u00fchere Einfluss der Engp\u00e4sse auf die genetische Vielfalt der Rasse.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die effektive Zahl der Begr\u00fcnder beider Referenzgruppen liegt bei ungef\u00e4hr 18.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dies zeigt an, dass fr\u00fchere Engp\u00e4sse richtungsweisenden Einfluss auf die genetische Vielfalt der Ponys in den Referenzgruppen gehabt haben.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Die Zuchtzusammensetzung der Referenzgruppen<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Eine kleine Zahl Vollbl\u00fcter, Araber und Irish Draught Hengsten zeugte in den 40-er und 50-er Jahren des vergangenen Jahrhunderts eingetragene Connemara Ponys. Weiterhin sind zwei Hengste bekannt, die Welsh Cob-Gene trugen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Anteil der Gene, die die Tiere in den Referenzgruppen aufweisen, die diesen Hengsten zugeordnet werden, wurde gesch\u00e4tzt, um den Einfluss, den Vollblut, Araber und Irish Draught auf die Referenzgruppen hatten, zu ermitteln.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das Vollblut war die einflussreichste der Rassen, der Anteil der Gene aus den Referenzgruppen macht ca. 6 % aus. Der Araber folgte mit 3,7 %, Irish Draught mit 1,2 % und Welsh Cob mit einem Anteil von 0,9% der Gene der Referenzgruppen. Sch\u00e4tzungsweise 88 % der Gene der Ponys beider Referenzgruppen wird als Connemara Pony zugrunde gelegt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Mehrheit der Ponys der Referenzgruppen besa\u00dfen zumindest einige Welsh Cob-, Vollblut- und Araber-Gene. Sch\u00e4tzungsweise 50 % der Ponys der Referenzgruppen hatten auch Irish Draught in ihrer Abstammung.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Gr\u00f6\u00dfentrends beim Connemara Pony<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die traditioneslle Aufgabe des Connemara Ponys war die des vielseitigen Arbeitsponys. Das Hauptaugenmerk lag auf der Zucht kr\u00e4ftiger Ponys mit H\u00e4rte, gutem Fundament und Intelligenz. Als jedoch in der Mitte des letzten Jahrhunderts die Landwirtschaft zunehmend mechanisiert wurde, verschwand der Bereich, den sich das Connemara Pony im wahrsten Sinne erarbeitet hatte. Die Rasse \u00fcberlebte dank ihres Rufes der Leistungsf\u00e4higkeit und indem sie ihre Position im Show- und Sportbereich etablierte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Um den gegenw\u00e4rtigen Marktanforderungen gerecht zu werden, entfernt sich die Rasse vom traditionellen Typ in Richtung moderner Typ, der gr\u00f6\u00dfer und leichter im Fundament ist. So wie sich die Rasse vom traditionellen Typ entfernt, k\u00f6nnen wertvolle Gene verloren gehen, zusammen mit Eigenschaften, die das Connemara Pony von anderen Pony- und Pferderassen unterscheidet. Dieser Prozess wird als genetische Erosion bezeichnet und das Problem betrifft viele der heutigen Pferderassen. Die Gr\u00f6\u00dfenentwicklung des Connemara Ponys wurde analysiert, um in diesem Zusammenhang das Auftreten genetischer Erosion nachzuweisen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die durchschnittliche Gr\u00f6\u00dfe zum Zeitpunkt der Zuchtbuchaufnahme der Ponys, die 1970 geboren wurden, betrug 135,3 cm. Dieses Ma\u00df wuchs \u00fcber die Jahre, der Jahrgang 1997 erreichte eine Durchschnittsgr\u00f6\u00dfe von 142,88 cm.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zwischen 1972 und 1997 stieg die durchschnittliche Gr\u00f6\u00dfe bei der Eintragung bei den Stuten um 8 cm und bei den Hengsten um 5,5 cm. Zwischen 1975 und 1995 waren die Ponys, die au\u00dferhalb der Connemara gezogen wurden, bedeutend gr\u00f6\u00dfer als die Ponys innerhalb der Connemara (141,3 cm +\/- 4,56 cm gegen 139,2 cm +\/- 5,16 cm). In den Eintragungsjahrg\u00e4ngen zwischen 1991 und 2000 gab es dann aber keinen Gr\u00f6\u00dfenunterschied mehr zwischen innerhalb und au\u00dferhalb von Connemara (142,49 cm +\/- 3,98 cm zu 142,38 cm +\/- 4,18 cm).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Analyse der Gr\u00f6\u00dfenentwicklung belegt, dass die Rasse gr\u00f6\u00dfer wird. Es wird angenommen, dass dies die Folge von einerseits der Auswahl gr\u00f6\u00dferer Ponys und andererseits verbesserter Aufzuchtbedingungen ist.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Schlussfolgerung<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Folgt man der Analyse, wird offenbar, dass die Rasse Connemara Pony mit zwei Problemen behaftet ist: Erstens ist das \u00dcberleben des traditionellen Rassetyps bedroht und zweitens nimmt die genetische Vielfalt der Rasse ab.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Heutzutage ist die Verwendung des Connemara Ponys als Sportpony ein wichtiges Aush\u00e4ngeschild. Jedoch besteht die Sorge, dass die Erfordernisse dieses Bereiches eine Ver\u00e4nderung innerhalb der Rasse bewirken hin zu einem gr\u00f6\u00dferen, moderneren Pony. Der urspr\u00fcngliche Connemara Typ hat sich seinen Umweltbedingungen perfekt angepasst und unterscheidet sich daher von allen anderen Rassen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es k\u00f6nnte wichtig werden, sich den Marktanforderungen zu entziehen, um das Verschwinden des urspr\u00fcnglichen Ponytyps zu vermeiden, der eine wichtige nationale Ressource ist, und einmal verloren kann er nicht mehr zur\u00fcckgeholt werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Ergebnisse, die durch die Charakterisierung der Connemara Pony Population zutage treten, belegen, das vergangene Zuchtpraktiken einen bedeutenden Verlust in der genetischen Vielfalt der Rasse bewirkt haben. Um zu gew\u00e4hrleisten, dass die genetische Vielfalt innerhalb der Rasse nicht auf einen nachteiligen Level zur\u00fcckgedr\u00e4ngt wird, muss die Zuchtpolitik ge\u00e4ndert werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">F\u00fcr die Zukunft ist es \u00fcberlebenswichtig, dass die Hengstlinien ausgeglichener werden, indem alle Hengste die M\u00f6glichkeit erhalten, ihre Nachkommen in der n\u00e4chsten Zuchtgeneration zu etablieren. Dies w\u00fcrde helfen, den Grad der Inzucht und die genetische Vielfalt innerhalb der Zucht zu kontrollieren.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Zuchthengste sind eng miteinander verwandt und tendieren dazu, eine \u00e4hnliche Abstammung zu haben bzw. \u00e4hnlichen Blutlinien zu entstammen. Aus dem Blickpunkt der genetischen Vielfalt k\u00f6nnte es vorteilhaft sein, einen Hengstpool zu halten, dessen Hengste untereinander weniger verwandt sind, um eine Vielfalt an Genen zu den k\u00fcnftigen Generationen beizusteuern.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Verwandtschaft der Ponys in der gegenw\u00e4rtigen Generation ist hoch, die Zucht mit verwandten Tieren ist unvermeidbar. Die Z\u00fcchter m\u00fcssen im Hinblick auf die Hengste, welche sie zur Zucht nutzen, sehr vorausschauend sein, um sicherzustellen, dass ein Minimum an Inzucht praktiziert wird.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es gibt 16 verschiedene L\u00e4nder, ohne Irland, die ihre eigenen Z\u00fcchtervereinigungen gegr\u00fcndet haben und eigene Stutb\u00fccher unterhalten. Derzeit wird eine Studie durchgef\u00fchrt, um die Connemara Pony Population in einigen dieser L\u00e4nder zu charakterisieren. Es besteht die Hoffnung, dass diese Tiere eine Quelle genetischer Vielfalt sein k\u00f6nnten, die genutzt werden kann, um den Genpool der Irischen Connemara Pony Population wieder zu erweitern.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Adequate genetische Vielfalt ist f\u00fcr die langfristige Gesundheit und Lebensf\u00e4higkeit jeder Population \u00fcberlebenswichtig. Daher ist es \u00fcberlebenswichtig, das sich die Zuchtpraxis \u00e4ndert, um das k\u00fcnftige Wohlergehen der Connemara Pony Rasse sicherzustellen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">(Anm.: Auf der Sitzung 2004 wurde die Situation einiger Nachzuchtl\u00e4nder auszugsweise umrissen. Auch dieser neue Bericht wird, sobald er vorliegt, \u00fcbersetzt. Von Deutschland lagen leider keine offiziellen Daten zur Auswertung in Irland vor.)<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp; Charakterisierung der Connemara-Population in Irland \u00fcbersetzt von Susanne Lehmann &nbsp; Im November 2003 hat Deirdre Feely, Studentin des University College Dublin, dem Landwirtschaftsministerium ihren Bericht zur \u201eCharacterisation of the Connemara Pony Population in Ireland\u201c vorgestellt. Dieses Projekt war vom <a class=\"more-link\" href=\"https:\/\/www.cpv-ev.com\/?page_id=20678\"><span class=\"screen-reader-text\">  Feely-Report<\/span> weiterlesen<span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"parent":0,"menu_order":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"onecolumn-page.php","meta":{"ngg_post_thumbnail":0,"footnotes":""},"class_list":["post-20678","page","type-page","status-publish","hentry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.cpv-ev.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/20678","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.cpv-ev.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.cpv-ev.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.cpv-ev.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.cpv-ev.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=20678"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.cpv-ev.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/20678\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.cpv-ev.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=20678"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}