Erfahrungsberichte Hufwand-Ablösungs-Syndrom (HWSS)

Erfahrungsberichte von Züchtern und Besitzern von HWSS-Ponys 

 

Aus diesem Blog: https://connemara-pony.blogspot.com:

 

„Inzwischen weiß ich, dass von meinen vier Zuchtponys drei Träger waren. Diese Ponys habe ich nicht beim selben Züchter gekauft, sondern aus allen Gegenden der USA und aus sehr unterschiedlich begründeten Blutlinien. Das zeigt mir, dass es sich nicht um ein seltenes Problem, sondern ein sich immer weiter verbreitendes handelt.“ Züchter A, USA

 
„Es hat Monate, wenn nicht Jahre gebraucht, bis ich mir selbst eingestanden habe, dass die Symptome meines ungeboren importierten Fohlens auf die Beschreibung dieses genetisch bedingten Hufzustands passen. Und auch dann noch schaute ich immer, ob ich irgendetwas entdecken könnte, das nicht zur Beschreibung passt. Bis heute, fünf Jahre später, brauchten ihre Hufe nie ausgeschnitten zu werden. Sie läuft auf ihren Sohlen, weil die Hufwände einfach wegbröckeln. Die Hufe beider Eltern sind normal.“ Neuseeland

 
„Abgesehen von einer Halbschwester meiner Stute, weiß ich nichts von anderen Connemaraponys, die dieses Hufproblem haben. Außer natürlich das Pony von Frau X. Y war lange Zeit ihr Hufschmied und erzählte von ihr. Sie ist Tierärztin und ich glaube, Sie werden bald von ihr hören.“ Deutschland

 
„Ich glaube, es kommt SEHR häufig vor, dass Tierärzte und Hufschmiede zum Schluß kommen, es handle sich um „White Line Disease“ (Befall der weißen Linie durch Pilze und andere Mikroorganismen, Anm.d.Ü.), und keinen Versuch unternehmen, genauere Nachforschungen anzustellen. Hier, wie auch in unseren Nachbarländern. Mir erscheint das merkwürdig und frustrierend.“ Schweden

 
„Sie sprechen mit jemandem, bei dem die Chancen sehr hoch gewesen sind… ich habe fünf importiert, zwei Hengste und drei Stuten (aus Irland und den USA)… ein Hengst und zwei Stuten waren Träger… und vererbten den Hufzustand. Y importierte (aus den USA und Großbritannien) drei Stuten und einen Hengst, und alle waren Träger… Ich glaube, dass wir vielleicht sehr viel Pech hatten… hoffentlich!!!“ Züchter M, Kanada

 
„Ich glaube 12 oder 13 dieser Fohlen sind während der letzten neun oder zehn Jahre in Kanada geboren worden… Keins davon in den letzten fünf… Als wir erst einmal den Bogen raus hatten… natürlich haben wir Träger nicht mehr gepaart…  und voilá… keine Probleme mehr.“ Züchter M, Kanada

 
„Als ich nach Ponys suchte, wollte ich unsere genetische Vielfalt vergrößern! Ich stellte fest, dass meine typvollste Zuchtstute die fruchtbarste Trägerin war. Sie brachte auch die besten Fohlen. Allerdings war ich nicht versessen darauf, nur einen bestimmten Typ zu erzeugen, sodass ich dadurch meine Chancen nicht zu sehr gegen mich richtete… Fast hätte ich zu dieser Zeit einen zweiten Hengst eingebracht. Ich habe später durch meine eigenen Nachforschungen in Sachen Hufgeschichten erfahren, dass sein Vater selber entweder ein Träger oder an HWSS erkrankt war! Wenn ich ihn eingesetzt hätte, hätte ich gut und gerne fünf von fünf bekommen können!“ Züchter N, Kanada

 
„In Irland hatte ich Gelegenheit, hunderte Ponys an nur ein oder zwei Tagen auf Zuchtschauen, Auktionen usw. zu sehen, und ich habe viele Tausend Ponys gesehen. Viele davon hatten diese kurzen Hufe, von denen Sie sprechen, und ich habe immer wieder von Besitzern gehört, die sich darüber beschwerten, der Hufschmied habe die Hufe zu kurz geschnitten, untermalt von Augenrollen und „tss tss tss“. Erst als X und Y mir einige Fotos ihrer betroffenen Ponys schickten und mich fragten, ob ich darüber etwas wisse, begann ich überhaupt von diesen Hufen Notiz zu nehmen. Daraufhin begann ich ein paar Hufschmiede in der Gegend zu fragen, ob ihnen das Problem aufgefallen sei, und sie nannten Züchter und Hengste, bei denen diese Probleme auftraten, und es wurde immer deutlicher, dass es dieses Problem wirklich gibt. Ich erinnerte mich an die Ponys, die zum Training oder Verkauf auf meinen Hof gekommen waren, und dann kam ich zum Schluß, dass die furchtbaren Füße meines eigenen Ponys ebenfalls diese Symptome aufwiesen. Mit der Zeit wurde mir das bewusst, ebenso die Tatsache, dass der Hengst, von dem meine Stute trächtig war, betroffen war, nachdem einige Bemerkungen darüber gemacht worden waren und mir erlaubt wurde, seine Hufe näher zu untersuchen. Und sieh mal an, das Stutfohlen der Stute hat das Problem, wenn es auch ganz gut zu handhaben ist. Ich merkte, dass einige Züchter in Irland eine Ahnung von dem Problem hatten, aber es wirklich NICHT wahrhaben wollten. Eine außerordentlich bekannte Züchterin, mit der ich ein sehr freundliches Verhältnis hatte, sagte nein, als ich sie fragte ob sie jemals ein Hufproblem bei den Connemaras bemerkt habe, aber sie gebe auch allen ihren Ponys Farrier’s Formula, und ob ich das etwa nicht täte? Danach hat sie nie wieder mit mir gesprochen, außer guten Tag zu sagen.Ihr Hengst ist der Vater einer meiner Stuten die einige betroffene Fohlen gebracht hat. Weitere Nachforschungen deuteten darauf hin, dass der Hengst selber betroffen ist, wenn auch handhabbar (er war ein gutes Sportpony und hat in Irland und Europa ziemlich viel gewonnen), und eine ganze Reihe seiner Nachzucht ist betroffen. Eine kleine Befragung des Züchters des Hengstes X, die Gelegenheit, sein Zuchtmaterial anzuschauen und ein Gespräch mit seinem Schmied (der auch mein Schmied war) zeigte, dass er von dem Hufproblem wusste, aber, wie die Iren sagen würden, es nicht wissen wollte. Er schnitt in Clifden und bei anderen Schauen außerordentlich gut ab, mit sehr kurzfüßigen Jährlingen und Zweijährigen, die beschlagen und mit schwarzem Huflack behandelt waren, „weil der Hufschmied seine Arbeit versaut hatte“, als sie ausgeschnitten wurden…“. Irland

 
„Ich habe eins, und es gibt hier weitere. Und ja, es stimmt, sie werden mit Mitteln gegen „White Line Disease“ usw. behandelt. Es gab früher keine Möglichkeit der Diagnose, denn erst in den letzten vier oder fünf Jahren wurde überhaupt bemerkt, dass es hier ein wirkliches Problem gibt. …besonders B hat schlimme Probleme damit. Er war der erste, von dem ich darüber hörte. Ich hatte es hier bereits gesehen, aber es wie jedermann anderen Ursachen zugeschrieben. Als es mir aber bewusst geworden war und ich darauf achtete, entdeckte ich mehr und mehr davon. Und ich entdeckte, dass die Mutter einer meiner Hengste es hat (mein Hengst, der selber großartige Hufe hatte, produzierte einige mit diesem Problem). Ein weiterer Hengst, der Vater einer Stute, die ich besaß und die es hatte, hatte es auch… Es dauerte nicht lange bis ich überzeugt war, dass es sich um mehr als ein kleines Problem handelt. Ich begann, bei der Schau in Clifden und auf den Märkten genau hinzuschauen und bemerkte, es war ziemlich häufig und es wurde eine Menge dafür getan, diese schlechten Hufe zu verbergen.“ Irland

 
„Ich habe eine Menge Ponys in Clifden gesehen, die wirklich, wirklich kurz ausgeschnitten waren und mit schwarzem Huflack vorgeführt wurden. Schließlich dämmerte mir, warum. Ich weiß sicher, dass einige von ihnen auf Phenylbutazon (gebräuchliches Schmerzmittel, Anm.d.Ü.) gezeigt wurden, und ich kenne den Hufschmied, der welche davon bearbeitet hatte, und wir haben über ihre Hufe gesprochen. Eins war gerade mal ein Jährling. Und er hatte tatsächlich Bondo (Zweikomponenten Epoxydharz zur Rekonstruktion der Hufwand, Anm.d.Ü.) am Huf. Es war gut heruntergeraspelt und Huflack war darübergestrichen, um es zu verschleiern. Wenn man vom Bondo nichts wußte, hätte man, ohne sich zu bücken und seinen Huf aus nächster Nähe zu betrachten, wirklich nichts erkennen  können.“ Irland

 

„Ein führender Hufschmied aus Newmarket (Großbritannien) hielt diese Woche ein Seminar an der Massey Uni. Ich rückte ihm beim Mittagessen mit ein paar Huffotos (Crafty, X’s Fotos, Y’s Fotos und die aus Australien) auf die Pelle und fragte, ob er so etwas schon mal gesehen hätte.Er warf einen Blick darauf und sagte „Ja. Ich habe keine Ahnung was da vorgeht. Man kann die Hufröhrchen sehen, als wenn das Problem in der Wand wäre. Es darf nicht mit „White Line Disease“ oder „muschelförmiger Sohle“ verwechselt werden.“ Er sagte, es würde maskiert durch eine feuchte Umgebung – solange der Huf feucht bleibt ist es kaum bemerkbar aber wenn er austrocknet und wieder feucht wird verwandelt sich alles in Pudding, na toll!“ Forscher, Neuseeland